Grindr hat 16.000 User in Österreich

Mobiles Dating ist die Zukunft – und hier sind schwule Männer einwandfrei die Trendsetter: Allein die Smartphone-App Grindr nutzen in Österreich 16.000 Männer. Nun ziehen Heteros nach.

Das nächste Date über GPS orten und kurz mit ihm chatten: Für Experten ist das eine neue „sexuelle Revolution“. Eingeläutet wurde sie von der Mobile Dating App Grindr. Es ging im Jahr 2009 online und zählt in Österreich etwa 16.000 User. Und dabei ist noch deutlich Luft nach oben: In der Schweiz nutzen mit 30.000 Männern fast doppelt so viele Schwule Grindr, in Deutschland sind es etwa 100.000. Die Top-Städte weltweit sind Berlin, London, New York, Paris, Chicago und Los Angeles.

Grindr für Gründer „Erfüllung eines Traumes“

Gegründet wurde Grindr von Joel Simkhai. Für ihn ist seine App die Erfüllung eines Traumes: „Jeder Mann, der merkt, dass er schwul ist, fragt sich bald, ob jetzt gerade in diesem Augenblick um ihn herum noch andere Leute so fühlen wie er“, meint Simkhai, der 1976 in Tel Aviv geboren wurde, in der Nähe von New York aufwuchs und seine Firma nun in Los Angeles betreibt. Das Coming-out sei oft immer noch ein einsamer Prozess, doch Internet und Smartphone seien hilfreich, ist er überzeugt.

Dating-Apps für Heteros noch in den Kinderschuhen

Im September 2011 wagte Simkhai den Sprung in die Welt der Heteros: Das Netzwerk „Blendr“ richtet sich an Männer und Frauen. Offizielle Nutzerzahlen gibt es noch nicht .- die Konkurrenz ist aber auch mit Netzwerken wie Badoo, Love.at oder FriendScout24 bedeutend großer.

Nichts desto trotz steht Mobile Dating noch in den Kinderschuhen, erläutert Karolina Schaefer von „Dating-Vergleich.de“. Manche Apps seien technisch noch nicht ausgereift. Sie prophezeit trotzdem: Da Smartphones immer beliebter werden, und dank Foursquare und Co. die Hemmung abnehme, den eigenen Standort preiszugeben, werde die neue Technik in den kommenden Jahren die Partnersuche extrem verändern.