FPÖ kritisiert HOSI-Wien-Forderung nach Rechteverlust für russisch-orthodoxe Kirche

Die FPÖ Wien kritisiert die Forderung der HOSI Wien, der russisch-orthodoxen Kirche in Österreich den Status als staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft abzuerkennen. Der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus spricht von einer „unfassbaren Entgleisung“. Hintergrund: Die russisch-orthodoxe Kirche macht aktiv Politik – nicht nur in Putins Russland. So hat sie sich in Island am Tag der dortigen Lesben- und Schwulenparade in einem Zeitungsinserat offen gegen Homosexuelle gestellt.

Letztes unrühmliches Beispiel, wie die russisch-orthodoxe Kirche ihre Macht ausspielt: Der Prozess gegen Pussy Riot. „Patriarch Kirill hat den Tanz der Pussy-Riot-Frauen zum Teil einer kirchenfeindlichen Kampagne, einer regelrechten Christenverfolgung erklärt. Bis heute hat die Kirchenführung kein einziges barmherziges, mäßigendes Wort gefunden; sie hat den Pussy-Riot-Fall zur Kriegserklärung benutzt und scheut keine Menschenopfer.“, analysiert die angesehene „Frankfurter Rundschau“.

Pussy Riot: Prozess für FP-Gudenus ‚rechtsstaatlich‘

Doch die FPÖ Wien sieht das anders: Das international umstrittene Urteil gegen Pussy Riot sei „rechtsstaatlich“ und „die HOSI sollte sich besser mehr um ihre Kernkompetenz kümmern“, ätzt Gudenus, „damit schießt dieser Verein wohl weit über das Ziel hinaus. Es entspricht einer höchst merkwürdigen Geisteshaltung, wenn man wegen der Kritik an einem Urteil die Rechte einer Glaubensgemeinschaft beschneiden will“, gibt er sich blauäugig.

Schützenhilfe bekommt er dabei von Konstantin Dobrilovic, dem Präsidenten der bisher selten in Erscheinung getretenen „Christlich-Freiheitlichen Plattform“: „Die russisch-orthodoxe Kirche ist allein darauf bedacht, ihr religiöses Leben zu pflegen und ihre Gläubigen vor derartigen Provokationen zu schützen“, behauptet dieser.