Mohammed-Film: Auch schwuler Pornodarsteller betroffen

„Innocence of Muslims“ – ein amateurhaft gemachtes, 14 Minuten langes Internetvideo über den Propheten Mohammed lässt fast die gesamte islamische Welt erzürnen. Der Prophet wird dort unter anderem als schwul bezeichnet. Tausende Muslime protestieren, bei den Protesten gab es mittlerweile dutzende Tote. Mitten in diesem Chaos: Der Schwulenpornodarsteller Tim Dax.

Eine der Szenen, die Muslime weltweit in „Innocence of Muslims“ erzürnen: Ein Anhänger des Propheten fragt einen anderen, ob dieser schwul sei. Ja, lautet die Antwort. Darauf folgt die Rückfrage, ob Mohammed aktiv oder passiv sei. Dessen eigene Antwort: beides. Das ägyptische Fernsehen veröffentlichte erste Szenen, es folgte ein Sturm der Entrüstung in der gesamten islamischen Welt.

Wurde Produzent von radikalen Christen unterstützt?

Der Produzent des Films konnte mittlerweile gefasst werden: US-Bundesbehörden nahmen den koptischen Christen Nakoula Basseley Nakoula fest, der sich den Darstellern als Produzent „Sam Bacile“ vorstellte. Doch das war nur einer von insgesamt 17 falschen Namen des Mannes, der bereits 2010 wegen eines Bankbetruges und Drogenbesitzes ein Jahr im Gefängnis saß. Am Freitag teilte er mit, die Veröffentlichung des Videos nicht zu bereuen, sich angesichts der Angriffe auf westliche Einrichtungen in der islamischen Welt aber „schuldig“ zu fühlen. Er soll außerdem von einem Netzwerk radikaler evangelikaler Christen unterstützt worden sein.

Pornodarsteller glaubte, für Historiendrama gecastet worden zu sein

Mitten in diesem Chaos: Ein schwuler Pornodarsteller. Tim Dax, bekannt unter anderem aus „Folsom Underground“ ist in dem Video ebenfalls zu sehen. Doch was er dem Blog „Joe. My. God“ erzählte, macht den Fall noch undurchsichtiger: Er erzählt, als Krieger für einen antiken Historienschinken namens „Desert Storm“ gecastet worden zu sein – für 75 Dollar am Tag plus Essen.

„Wir haben nie das gesamte Script gesehen“, erinnert er sich. Doch ihm kam schon am Set einiges komisch vor: „Es kamen viele Fragen auf, wegen der Absurdität der Texte und Situationen“ Seine Dialoge wurden nachsynchronisiert. „Mehr kann ich nicht sagen – außer, dass ich absolut nicht gegen Muslime bin“, so der Schauspieler, der sich selbst als „heterosexuell mit überraschenden Wendungen“ beschreibt.