[Video] Homo-Ehe führt zu ‚Zusammenbruch der französischen Gesellschaft‘

Die Diskussion über die Öffnung der Ehe in Frankreich wird härter: Seitens der römisch-katholischen Kirche positioniert sich der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, als Scharfmacher. Er warnte vor der „absoluten Demokratie“.

„Ich liebe die Demokratie, sie ist ‚das kleinere Übel‘ aller Regierungsformen. Sie darf allerdings nicht zur ‚absoluten Demokratie‘ werden“, sagte er der katholischen Tageszeitung „La Criox“. Zwar habe das Parlament die Macht, „die Macht habe, jene Gesetze zu ändern, die den Zweck der Ehe definieren“, er frage sich allerdings, ob es „legitim sei, über alles zu entscheiden, den Sinngehalt der Wörter zu verändern“. Jede Regierungsform solle sich selbst Grenzen setzen und „nichts übertreiben“, so der Kardinal weiter.

Dem Lokalfernsehsender „Télé Lyon Métropole“ gegenüber wird er noch deutlicher: Die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare könnte zu einem „Zusammenbruch der Gesellschaft“ führen: „Als nächstes wollen sie dann Paare zu dritt oder zu viert. Und am Ende fällt vielleicht sogar das Inzestverbot“, malt der Mann Gottes den Teufel an die Wand. Die klassische Ehe zwischen Mann und Frau sei seit Jahrhunderten etabliert, sei ein „Schutzwall“ gegenüber Kindern und enthalte mehr Wahrheit als „vergängliche Entscheidungen“ eines Parlaments.

Es ist nicht das erste Mal, dass Barabrin als Hardliner gegen die Ehe-Öffnung auffällt. Am 15. August hat er das traditionelle „Gebet für Frankreich“ wiederbelebt, unter anderem auch, um gegen die Ehe zwischen Lesben und Schwulen zu hetzen. Dieses Gebet wurde von Ludwig XIII. um Jahr 1638 eingeführt, ist aber nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Vergessenheit geraten.

Mit seinen Aussagen sorgt Barbarin für Kopfschütteln. Der offen schwule Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, erklärte, der Kardinal sei „ausgeflippt“. Wenig schmeichelhaft auch Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem. Für sie sind die Aussagen des Erzbischofs von Lyon eine „Karikatur“.