Callboy in Lübeck wegen Mordes soll Gericht

In Lübeck steht ein 24 Jahre alter Callboy vor Gericht. Ihm wird vorgewerfen, am 2. Weihnachtsfeiertag 2011 einen 73-jährigen Kunden mit einem Hammer erschlagen zu haben.

Die beiden Männer haben sich im September übers Internet kennengelernt und sich mehrmals in der Nähe eines Friedhofs für Sex im Auto getroffen. Am 26. Dezember erschlägt der Callboy seinen Kunden mit einem Hammer, der zufällig im Auto herumlag. Danach versuchte er, die Leiche verschwinden zu lassen: Zunächst wollte er sie vergraben, dann verbrennen und zersägen. Schließlich legte er den Toten in dessen Auto und stellte dieses in einer Garage ab. Dort wurde die Leiche erst nach drei Monaten gefunden.

Das Tatmotiv ist unklar. Der Angeklagte hat sich in seiner Aussage in Widersprüche verwickelt. Seine Aussagen seien „in vielen Punkten nicht nachvollziehbar“, so Staatsanwältin Ulla Hingst. Unter anderem sagte er, dass er die Beziehung zu seinem Kunden beenden wollte, dieser das aber nicht akzeptiert habe. Angeblich habe der Pensionist den Mann zwölf Jahre zuvor vergewaltigt: „Ich habe ihn am Geruch erkannt und an seiner Art zu reden“, so der Callboy vor Gericht. Für die Staatsanwältin ist das eine reine Schutzbehauptung.

Die Staatsanwaltschaft forderte neun Jahre Haft, die Verteidigung spricht sich für sieben bis acht Jahre Haft aus. Ein Gutachten attestiert dem Callboy zwar eine egozentrische Persönlichkeit und fehlendes Einfühlungsvermögen, aber volle Schuldfähigkeit. Das Urteil gegen den 24-Jährigen wird am Montag verkündet.