Schwul-lesbische Mehrheit im Bieler Stadtparlament

Für zwei schöne Fakten sorgt Biel, die zehntgrößte Stadt der Schweiz. Erstens: Drei der fünf Gemeinderäte sind homosexuell. Zweitens: Keinen interessiert es.

Es war ein guter Tag für Lesben und Schwule in Biel: Barbara Schwickert von den Grünen schaffte am Sonntag die Wiederwahl, Cédric Némitz von der Parti socialiste romand und SVP-Kandidat Beat Feurer ziehen neu in den fünfköpfigen Gemeinderat ein. Im Wahlkampf war die sexuelle Orientierung der Kandidaten kein Thema. „Die persönliche Neigung der Kandidaten ist für deren Wahl oder Nichtwahl nicht ausschlaggebend“, bestätigt auch der Bieler Stadpräsident Erich Fehr.

Freude über die schwul-lesbische Mehrheit gibt es beim Schweizer Lesben- und Schwulenverband „Pink Cross“. „Gerade junge Menschen kann das ermutigen, sich zu outen“, hofft Geschäftsführerin Alicia Parel. Sie hofft, dass sich der Bieler Gemeinderat künftig verstärkt für die Anliegen von Schwulen und Lesben einsetzt: „Das machen ja leider nicht alle homosexuellen Politiker“, seufzt sie.

Für sie ist es nicht selbstverständlich, dass in der französischsprachigen Schweiz, zu der Biel gehört, schwule und lesbische Politiker gewählt werden: Dort werde die Homosexualität eines Kandidaten noch thematisiert. In der Deutschschweiz gehen man mit dem Thema pragmatischer um, so Parel.