Petersburger Abgeordneter würde schwulen Sohn ‚zum Priester bringen‘

„Daddy uncool“ des Jahres ist Vitali Milonow, der Verfasser des umstrittenen „Anti-Homo-Propaganda-Gesetzes“ in St. Petersburg. Er sagte einem russischen Radiosender, wenn sein eigener Sohn schwul wäre, würde er mit ihm zum Priester gehen.

In einem Interview mit „Echo Moskau“ sagt Moralhüter Milonow, was er mit seinem Sohn machen würde, wenn sich dieser outete: „Wir gehen in die Kirche und reden mit dem Priester. Er wird ihm erzählen, dass das nur eine schlechte Angewohnheit ist, von der man ruhig lassen kann.“ Homosexualität sei „eine Krankheit, die ganz einfach mit Beten und Fasten“ geheilt werden könne, ist der Lokalpolitiker der Putin-Partei „Einiges Rußland“ überzeugt.

Brachte auch Gesetz gegen „Anti-Homo-Propaganda“ ein

Vitali Milonow war jener Abgeordneter des Petersburger Stadtrats, der jenes umstrittene Gesetz verfasst ha, das „öffentliche Handlungen, die auf die Propaganda von männlicher und weiblicher Homosexualität, Bisexualität oder Transgenderismus unter Minderjährigen abzielen“ verbietet. Während Bürgerrechtler und internationale Politiker darin einen Versuch sehen, die schwul-lesbische Community mundtot zu machen, erntete Milonow von der eigenen Partei Beifall – mehrere Regionen und auch das russische Parlament überlegen, ein ähnliches Gesetz einzuführen.

Und auch sonst gilt Vitali Milonow als moralischer Hardliner: Als sich Pop-Ikone Madonna bei ihrem Konzert in St. Petersburg Mitte August gegen das Gesetz ausgesprochen hat, klagte er die Sängerin über seine Kinderrechtsorganisation „Elternkontrolle“: Sie habe genau gegen dieses Gesetz verstoßen. Um vor Gericht Beweismittel zu haben, filmten ein Spähtrupp Milonows sowie erzkonservativer russisch-orthodoxer Christen das Geschehen mit Dutzenden Kameras.