Frankreich stellt Entwurf zur Ehe-Öffnung Ende Oktober vor

Die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in Frankreich rückt näher. Wie französische Medien berichten, soll ein erster Entwurf am 31. Oktober präsentiert werden.

Der Entwurf sieht vor, dass die Ehe als „Gemeinschaft von zwei Menschen verschiedenen oder gleichen Geschlechts“ definiert wird. Das entspricht den Ankündigungen, die der französische Präsident François Hollande bereits im Wahlkampf gemacht hat.

Doch Hollandes Regierung geht auch weiter. Denn die Bezeichnung „Vater und Mutter“ soll dem Entwurf der Regierung nach im gesamten französischen Recht durch „Eltern“ ersetzt werden. Denn schwule und lesbische Paare sollen auch im Adoptionsrecht gleich gestellt werden.

„Wer kann behaupten, dass ein heterosexuelles Paar ein Kind besser aufziehen kann als ein homosexuelles, das die besten Bedingungen für die Entwicklung des Kindes garantieren kann“, verteidigt Justizministerin Christiane Taubira in der katholischen Tageszeitung „La Croix“ den Entwurf der sozialistischen Regierung.

Denn auch die Konservativen machen mobil: So hat erst vor Kurzem Papst Bendikt XVI. dreißig französische Bischöfe zu seinem Sommersitz nach Castelgandolfo eingeladen und sie eingeschworen: „Wir müssen eine echte Herausforderung annehmen“, hat er ihnen gesagt.

Doch davon dürfte sich Hollandes Regierung nicht beeindrucken lassen. Im Gegenteil: Bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung hat er sich für die Stärkung der weltweiten Rechte für Lesben und Schwulen ausgesprochen.

Links zum Thema