‚Belgrade Pride‘ auch heuer wahrscheinlich verboten

Die für Samstag geplante Lesben- und Schwulenparade in Belgrad wird vermutlich aus Sicherheitsgründen vom Innenministerium verboten werden. Das berichten mehrere serbische Tageszeitungen. Auch beim Rahmenprogramm und im Internet sorgen Extremisten für Unruhe.

Ministerpräsident und Innenminister Ivica Dačić hatte gestern ein Verbot der Parade angedeutet. Die Veranstalter der Parade wurden von dem bevorstehenden Verbot noch nicht benachrichtigt.

Für die EU-Bestrebungen Serbiens ist ein Verbot der „Belgrade Pride“ ein herber Rückschlag: Drei Europaparlamentarier haben angekündigt, die Parade durch ihre Anwesenheit unterstützen zu wollen. darunter auch der slowenische Liberale Jelko Kacin, der auch offizieller Berichterstatter des Europaparlaments zu den Fortschritten Serbiens.

Sicherheitsgründe waren auch im Vorjahr der Grund für eine Absage der Belgrade Pride. Die erste Parade vor zwei Jahren wurde unter starkem Polizeieinsatz abgehalten. Trotzdem kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Behörden und Ultranationalisten.

Krawalle auch bei Ausstellungseröffnung?

Diese könnten heuer auch ohne eine Homosexuellenparade in Belgrad für Probleme sorgen: Recherchen der Boulevardzeitung „Blic“ zufolge wollen Extremisten auch eine Ausstellung mit Werken der schwedischen Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin stören. Diese Veranstaltung im Rahmen der „Pride Week“ zeigt unter anderem Jesus mit zwölf schwulen Aposteln beim letzten Abendmahl. Damit würden die Werke von Wallin zum ersten Mal in einem Westbalkanland gezeigt werden.

Und auch im Internet machen die Hasser mobil: Die Website der schwul-lesbischen Organisation „Gej Strejt Alliansa“ wurde gestern gehackt. Auf der Startseite stand: „Wir erwarten euch!“