Fundamentalisten klagen gegen Homo-Heilungs-Verbot in Kalifornien

Als erster US-Bundesstaat hat Kalifornien „Konversions-Therapien“ für Jugendliche verboten. Diese wissenschaftlich nicht anerkannte Methode will Menschen von ihrer Homosexualität „heilen“. Christliche Fundamentalisten gehen nun gegen das Verbot gerichtlich vor.

Gouverneur Jerry Brown hatte das Gesetz am letzten Wochenende unterzeichnet. Es tritt am 1. Jänner 2013 in Kraft. Es verbietet die psychologische Behandlung lesbischer oder schwuler Jugendlicher unter 18 Jahren mit dem Ziel, ihre sexuelle Orientierung zu ändern. Das Gesetz weist ausdrücklich darauf hin, dass Homo- oder Bisexualität „keine Krankheit, Geistesstörung oder Mangelzustand“ sei.

Gesetz schützt Jugendliche vor Depression und Selbstmord

Das Gesetz entspricht auch einer Empfehlung der American Psychological Association (APA), die bereits 2009 festgestellt hat, dass „derartige Therapien nicht das Gewünschte bewirken und in vielen Fällen sogar schädlich sind“. Denn „Konversions-Therapien“ belasten die Patienten psychisch schwer. Psychologen und Familientherapeuten betonen, dass die Therapie zu Depressionen und autoaggressivem Verhalten führen kann, bis hin zum Selbstmord.

Nun sei Schluss mit „unwissenschaftlichen ‚Therapien‘, die junge Menschen in die Depression oder den Selbstmord getrieben haben“, zeigte er Gouverneur Brown zufrieden. US-Menschenrechtsgruppen lobten den Schritt und forderten die anderen US-Staaten auf, dem Beispiel Kaliforniens zu folgen.

Homo-Heiler berufen sich auf Redefreiheit

Doch das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein: Befürworter der umstrittenen Behandlung haben am Montag eine Klage gegen das Gesetz eingebracht. Eingereicht haben sie zwei religiös geprägte Therapeuten und ein Therapeut in Ausbildung, der von sich selbst sagt, durch die „Therapie“ erfolgreich von seinen Gefühlen für das eigene Geschlecht „geheilt“ worden zu sein.

Die Kläger behaupten, das Gesetz würde ihre Rechte auf Meinungsfreiheit, Privatsphäre und freie Religionsausübung beschneiden. Das Gesetz würde die „Autorität der Eltern beschneiden, eine reperative Therapie, inklusive geistlicher Hilfe ihrer religiösen Führer, zu suchen“, heißt es in der Klageschrift.

Für den Autor des Gesetzes, den demokratischen Senator Ted Lieu, ist diese Argumentation Unsinn: „Nach dem Argument der Kläger, würde die Redefreiheit Therapeuten und Psychiater von medizinischen Fehlbehandlungen beschützen, nur weil sie bei der Ausübung ihres Berufes reden“, schüttelt er den Kopf.