‚Aktenzeichen XY‘ rollt Mordfall um schwulen Rentner neu auf

Der Mord an dem 81-jährigen Karl Heinz Radmiller ist heute erneut Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Radmiller wurde am 26. Oktober 2011 in einem als Cruisinggebiet bekannten Waldparkplatz in der Nähe von München ermordet.

Waldarbeiter fanden ihn, nur mit T-Shirt nun Unterhose bekleidet, im dichten Gestrüpp. Da der Fundort des Rentners ungefähr einen Kilometer außerhalb des eigentlichen Cruising-Gebiets liegt, möchte die Polizei gerne wissen, ob der Täter auch versucht hat, andere Personen in diesen Teil des Waldes zu locken.

Es besteht auch der Verdacht auf einen Raubmord. Nähere Details möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig – Cruiser melden sich eben nicht gerne bei der Polizei.

Deshalb haben die ermittelnden Beamten Hinweisgebern größtmögliche Diskretion zugesichert. Auch der Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter in Bayern unterstützte seine Kollegen – bislang ohne Erfolg.

Auch eine gefundene DNA-Spur brachte die Polizei bis jetzt nicht weiter: Zwar konnte der Verursacher der Spur gefunden werden, weitere Ermittlungsansätze ergaben sich daraus aber nicht.

Besonders interessiert sich die Polizei für Hinweise auf das Leben des Opfers und seine Gewohnheiten, Kontaktpersonen oder Sexualpartner. Denn Radmiller lebte sehr zurückgezogen. Als die Polizei noch dachte, dass er nur vermisst sei, bat sie in der Öffentlichkeit um Hinweise. Es kam kein einziger Anruf.

Der Mordfall wurde bereits am 14. Dezember 2011 bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ gezeigt – brachte der Polizei aber keine verwertbaren Erkenntnisse. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.