Heute Coming-Out-Tag auch bei Einsfestival

Heute findet zum 25. Mal der internationale Coming-Out-Tag statt. Für den öffentlich-rechtlichen Digitalkanal „Einsfestival“ ein guter Grund, schwulen und lesbischen Geschichten einen Thementag zu widmen. Mit viel Liebe und Sorgfalt wurde ein Programm zusammengestellt, das es in dieser Form im deutschsprachigen Fernsehen noch nicht gab.

Gossip und Berliner Stricher am Nachmittag

Unter dem Motto „Es wird besser“ sendet der ARD-Digitalkanal ein „starkes Programm gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Und das ist gelungen: So beginnt der Thementag mit einem Höhepunkt – „Gossip“ live aus Liverpool um 14.45.

Ein weiteres Schmankerl des Programms ist Rosa von Praunheims einfühlsame Dokumentation „Die Jungs vom Bahnhof Zoo“ im Anschluss an das Konzert. In seinem Film gibt der Regisseur einen sehr persönlichen Einblick in das Berliner Strichermilieu von den 80er Jahren bis heute.

Schwul-lesbische Kinoperlen im Hauptabend

Besondere Mühe hat sich Einsfestival mit den Filmen im Hauptabend gemacht: Den Beginn macht um 20.45 Uhr „Die Zeit, die bleibt“ des französischen Regisseurs François Ozon – ein hervorragend erzähltes Drama um einen unheilbar kranken Fotografen, der zu einer letzten Reise aufbricht. Danach spielen Jim Carrey und Ewan McGregor in „Ich liebe dich, Philipp Morris“ ein schwules Paar mit krimineller Energie.

Zum Abschluss gibt es noch Julian Schnabels bewegende Filmbiografie „Bevor es Nacht wird“. Oscar-Preisträger Javier Bardem spielt den homosexuellen kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas. Dieser muss erleben, dass der von ihm anfangs glühend verehrte Máximo Líder Fidel Castro kein Interesse an Kritik oder einer Erneuerung der Moralvorstellungen im Kuba nach der Revolution hat. In diesem Film, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig vierfach ausgezeichnet wurde, glänzen in den Nebenrollen Stars wie Johnny Depp, Sean Penn und Olivier Martinez.

Dokumentationen über lesbische Eltern und „Gender Bender“

Zusätzlich zu den Filmen bringt Einsfestival auch jede Menge Dokumentationen: Um 17.00 Uhr zeigt die Reportage „Meine Eltern sind lesbisch“, wie Kinder damit umgehen, mit zwei Müttern aufzuwachsen. Und im Hauptabend um 20.15 Uhr erkundet Moderatorin Nadia Kailouli im der Sokumentation „Nadia auf den Spuren der Liebe“ die Welt der „Gender Bender“. Dabei begegnet sie Till und Keay, die sich dafür entschieden haben, die konventionellen Rollen von Mann und Frau zu sprengen und ihrem inneren Ich zu folgen.