Belgisches Königshaus über Homo-Gerüchte des Kronprinzen verärgert

Für Aufregung sorgt in Belgien das Buch „Königliche Fragen“ des Fernsehjournalisten Fréderic Deborsu. Er erweckt unter anderem den Eindruck, der belgische Kronprinz Philippe könnte schwul sein. Das Königshaus ist so empört darüber, dass es den Presserat angerufen hat.

So behauptet Deborsu, der 52 Jahre alte Thronfolger Prinz Philippe habe eine „intensive Beziehung außerhalb des Normalen“ mit dem belgischen Grafen Thomas de Marchant et d’Ansembourg. Der Prinz dementierte energisch diese Behauptung und beteuerte öffentlich die Liebe zu seiner Ehefrau Mathilde. Auch D’Ansembourg, ein Ex-Jurist und seit Jahren Psychotherapeut, zeigte sich empört und „konsterniert“.

Prinz Philippe erklärte, der Tag, an dem er seine Frau Mathilde den Heiratsantrag angenommen habe, sei „der glücklichste Tag in meinem Leben“: „Seit jenem Tag hat unsere Ehe uns vier Kinder geschenkt, die wir mit Liebe umgeben. Diese Liebe erhalten wir von ihnen im Überfluss zurück.“, heißt es in einer offiziellen Klarstellung. Philippe und seine Frau, die 13 Jahre jüngere Mathilde, sind seit 1999 miteinander verheiratet.

Und auch der mutmaßliche Geliebte des Prinzen meldete sich zu Wort: Gegenüber der Zeitung „Le Soir“ dementierte D’Ansembourg die Behauptungen von Deborsu. „Da ich ein glücklicher Mensch bin und in Frieden lebe, berührt mich das nicht wirklich“, gibt er sich demonstrativ unbeeindruckt. Und fügte hinzu: „Aber ich denke auch an meine Frau und meine Kinder, über die man sich lustig machen könnte.“

Nun hat das belgische Königshaus einen Rechtsanwalt mit einer Beschwerde an den belgischen Presserat beauftragt. „Es ist nicht Tradition des Königshauses, auf solche Äußerungen in dieser Weise zu reagieren. Aber nach sorgfältigem Nachdenken haben wir uns an den Presserat gewendet.“, bestätigte ein Sprecher des Palastes.Der Presserat ist auch in Belgien ein Selbstkontrollgremium ohne rechtliche Befugnisse.

Der Autor des Skandalbuches versteht die ganze Aufregung nicht. „Ich habe niemals gesagt, dass er homosexuell ist. Andere Leute haben mir Dinge erzählt, aber ich rede darüber im Moment nicht.“, erklärt Fréderic Deborsu. Er wollte nur dazu beitragen, dass der Thronfolger, der bei der Bevölkerung nicht gerade beliebt ist, besser verstanden werde, fügte er hinzu.