Evangelische Kirche in Mitteldeutschland segnet homosexuelle Paare

In den deutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen können homosexuelle Paare ihre Partnerschaft künftig von der evangelischen Kirche segnen lassen. Das hat die Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Samstag in Erfurt beschlossen. Ein Sprecher der Kirche sagte, damit will die EKM würdigen, dass auch in schwulen und lesbischen Beziehungen Partner „füreinander und auch für Kinder Verantwortung übernehmen“.

Allerdings können Pfarrer vor Ort die Einsegnung gleichgeschlechtlicher Paare auch ablehnen. Der Beschluss der Synode empfiehlt, dass „das Einvernehmen zwischen dem Gemeindekirchenrat und dem Ortspfarrer oder der Pfarrerin angestrebt werden soll“.

Trotzdem setzt die EKM ein deutliches Zeichen: Der Diskriminierung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften soll innerkirchlich und gesellschaftlich entgegen getreten werden. In ihrem Beschluss betont die Synode weiters, dass die Diskriminierung von Menschen in schwulen oder lesbischen Partnerschaften „unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild“ sei.

Der Synode der EKM gehören 86 Mitglieder an. Sie vertreten die rund 840.000 Gemeindemitglieder der Landeskirche. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland ist 2009 aus einer Fusion der Thüringer Landeskirche mit der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen entstanden. Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst den größten Teil Thüringens, weite Teile Sachsen-Anhalt sowie einige kleinere Gebiete in Sachsen und Brandenburg.