Rekordhoch bei schwulen HIV-Infektionen in Großbritannien

Besorgnis erregende Zahlen kommen aus Großbritannien: Dort haben sich zum ersten Mal seit 1999 mehr Schwule als Heterosexuelle mit HIV infiziert.

Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die von der zuständigen „Health Protection Agency“ (HPA) veröffentlicht wurden. Und die schlechten Nachrichten gehen noch weiter: So gab es in Großbritannien im Jahr 2011 insgesamt 3.010 schwule und bisexuelle Männer, die erstmals positiv getestet wurden. Seit Beginn der Aufzeichnungen wurden noch nie so viele HIV-Neuinfektionen unter schwulen Männern registriert. Außerdem wurden bei mehr als 20 Prozent der Betroffenen zusätzlich eine weitere sexuell übertragbare Krankheit wie Chlamydien oder Tripper festgestellt.

Fast ein Viertel der Männer, bei denen erstmals eine HIV-Infektion festgestellt wurde, haben sich innerhalb der letzten sechs Monate vor dem Test angesteckt. Für den „National AIDS Trust“ (NAT) ist das ein „Besorgnis erregend“ hoher Anteil an frischen Infektionen. Man vermutet, dass die hohe Rate anderer sexuell übertragbarer Krankheiten unter schwulen Männern die Ausbreitung von HIV begünstigt.

Für Deborah Jack, Leiterin des NAT, ist eine wichtige Schlussfolgerung aus den Zahlen, „wenn man sexuell übertragbare Krankheiten nicht ernst nimmt, nimmt man HIV nicht ernst. Die meisten von ihnen können behandelt und geheilt werden, aber sie sind nicht nur ein ‚Berufsrisiko‘ des schwulen Lebens – sie sind untrennbar verbunden mit der Ausbreitung von HIV“.

Links zum Thema

  • GGG.at: Gesundheit – HIV/Aids
  • GGG.at: Gesundheit – sexuell übertragbare Krankheiten