Sex-Affäre im Priesterseminar St. Pölten: Klage der Ex-Leiter abgewiesen

Zwei ehemals hochrangige Priester, die im Zuge der Sex-Affäre im Priesterseminar St. Pölten im Jahr 2004 das Nachrichtenmagazin „profil“ verklagt haben, sind nun auch vorm Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gescheitert. Das Magazin hatte damals über „Sex-Spiele zwischen Priestern und deren Schülern“ geschrieben und den Artikel mit entsprechenden Fotos untermauert.

Diese Fotos zeigten einen Kuss zwischen dem damaligen Sub-Regens Wolfgang R. und einem Seminaristen sowie Regens Ulrich K., der einem seiner Schüler zwischen die Beine greift. Rothe und Küchl klagten in Straßburg, weil sie das Recht auf Achtung des Familien- und Privatlebens gefährdet sahen.

Das Gericht teilte ihre Meinung nicht: Dieses Recht sei durch die „profil“-Berichterstattung nicht verletzt worden, so der Menschenrechts-Gerichtshof. Bereits im Jahr 2005 hatte das Straflandesgericht Wien homosexuelle Beziehungen im Priesterseminar St. Pölten bestätigt und Klagen der ehemaligen Leiter abgewiesen. Anzeigen wegen Nötigung gegen die beiden leitenden Priester wurden wieder zurückgelegt.