Erzbischof von Wales will schwule und lesbische Paare trauen

Woanders sträuben sich Kirchenfürsten gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. In Wales gehen die Uhren offenbar anders. Dort protestiert der anglikanische Erzbischof, weil er in seinen Kirchen keine Homoehe schließen darf.

Der Gesetzesentwurf der britischen Regierung, der für England und Wales gilt, sieht vor, dass nur kleinere Kirchen die Möglichkeit haben, sich für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare zu entscheiden. Barry Morgan, dem anglikanischen Erzbischof von Wales, geht das nicht weit genug. Er möchte gern bei schwulen und lesbischen Paaren den Bund fürs Leben schließen.

Erzbischof von Wales ist homo-freundlich

Bereits im April hat Morgan seinen Gremien empfohlen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften anzuerkennen: „Alle lebenslangen hingebungsvollen Beziehungen verdienen pastorale Begleitung und die Unterstützung der Kirche“, so der Erzbischof damals.

Dass die zuständige Staatssekretärin Maria Miller bei ihren Plänen für die Ehe-Öffnung ein Verbot für die Kirchen von England und Wales vorgesehen hat, war für Morgan ein „totaler Schock“. Die Regierung möchte mit diesem Verbot homo-kritische Kirchenvertreter offenbar milde stimmen. Miller möchte damit garantieren, dass Kirchen keine Homoehen gegen ihren Willen schließen müssen. Denn kirchlich geschlossene Ehen sind in Großbritannien auch zivilrechtlich gültig.

Beschneidet Eheverbot für Homo-Paare Freiheit der Kirche?

Morgan möchte diese Stelle aber nicht im Gesetz lesen. Es würde die Kirche in eine „unheimlich schwierige Position“ bringen, füchtet er. Morgan sieht darin die religiösen Freiheiten der Kirche beschnitten. Die großen anglikanischen Kirchen Großbritanniens sollten sich selbst entscheiden können, so Morgan.

Das sieht das Gesetz aber nur für kleinere religiöse Gemeinschaften vor, wie zum Beispiel die Quäker. Diese haben bereits angekündigt, auch schwule und lesbische Paare trauen zu wollen.