Holländischer Außenminister kritisiert Papst für Homo-Hetze

Heftige Kritik an den homophoben Angriffen des Heiligen Vaters in seiner Weihnachtsbotschaft kommt aus den Niederlanden. Dort hat Außenminister Frans Timmermans gegenüber RTL die Aussagen von Benedikt XVI. verurteilt.

Beim traditionellen Weihnachtsempfang des Kardinalskollegium und der Mitglieder der vatikanischen Verwaltung hat der Papst vor der Homoehe und der Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare gewarnt. Diese „Manipulation der Natur“ führe zum Verlust der „Würde des Menschen“, so der römisch-katholische Oberhirte.

Aussagen, die Timmermans nicht verstehen kann: „Eine Hochzeit zwischen zwei Menschen desselben Geschlechts zeigt den Respekt für die Einzigartigkeit des Individuums“, so der Sozialdemokrat. Er erinnerte Benedikt XVI. an die eigenen Worte seines Personals: „Wenn jeder Mensch einzigartig ist, wie ein Vertreter des Papstes letzte Woche in Dublin meinte, warum soll dieser einzigartige Mensch nicht das Recht haben, zu seiner eigenen sexuellen Orientierung zu stehen?“

Die Niederlande, deren Außenminister Timmermans ist, gelten traditionell als sehr schwulen- und lesbenfreundlich. Im Jahr 2001 haben sie als erstes Land der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.