Immer weniger Eingetragene Partnerschaften in Wien

Die Zahl der Eingetragenen Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ist in Wien erneut gesunken. Im Jahr 2012 haben sich insgesamt 183 homosexuelle Paare das Ja-Wort gegeben – ein Jahr zuvor waren es in der Bundeshauptstadt noch 225. Das ist ein Rückgang von fast 20 Prozent.

Von den Paaren, sie sich dieses Jahr verpartnert haben, waren 115 Paare männlich und 68 Paare weiblich. Beliebtester Monat war der August mit 23 Verpartnerungen, die meisten Paare waren im Jahr 2012 zwischen 31 und 40 Jahre alt.

Schwule und lesbische Paare haben in Österreich seit 2010 die Möglichkeit, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen. Bereits im Vorjahr wurden in Wien mehr als ein Drittel weniger Eingetragene Partnerschaften geschlossen als im Jahr zuvor.

Eingetragene Partnerschaft bleibt für viele Paare unsexy

Dass der Minustrend weiter anhält, dürfte auch an den Ungleichheiten liegen, die eine Eingetragene Partnerschaft gegenüber der Ehe bietet. Das kritisiert auch die in Wien zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger von der SPÖ: „Für Regenbogenfamilien braucht es rechtliche Verbesserungen: die medizinisch unterstützte Fortpflanzung auch für alleinstehende Frauen und Lesben in Eingetragener PartnerInnenschaft, das Ermöglichen der Adoption für Eingetragene PartnerInnen sowie die Stiefkindadoption, die Abschaffung der eigens geschaffenen Kategorie ‚Nachname‘ und die rechtliche Gleichstellung mit der Ehe für gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften“, fordert sie. Ihr Ziel sei „die vollkommene Gleichstellung mit einer modernisierten Form der Ehe“, so Frauenberger weiter.

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