Franzosen demonstrieren wieder für die Homoehe

In Frankreich haben am Samstag tausende Menschen für die Öffnung der Ehe demonstriert. Die Teilnehmerzahlen liegen allerdings deutlich unter denen der Demonstrationen gegen die Ehe-Öffnung. Am 29. Jänner soll das Thema im französischen Parlament diskutiert werden.

In Toulouse gingen 8.000 Demonstranten auf die Straße, in Straßburg waren es 6.000. Zu den Kundgebungen hatten Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen unter dem Titel „Ehe für alle“ aufgerufen. Sie wollen am 27. Jänner, erneut in ganz Frankreich auf die Straße gehen, zwei Tage, bevor die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwulen auch im französischen Parlament diskutiert wird. Mitte Dezember waren bereits 150.000 Menschen in Paris und 50.000 Menschen in den Regionen für die Homoehe auf die Straße gegangen.

Gegner der Homoehe mobilisieren mit Öffnung der Adoption

Beim Mobilisieren sind die Gegner der Ehe-Öffnung allerdings effektiver: Am 13. Jänner hatten laut Angaben der Veranstalter bis zu einer Million Menschen gegen die Öffnung der Ehe und der Adoption für Lesben und Schwule protestiert. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten allerdings „nur“ mit 340.000 an. Unterstützt werden diese Proteste von der konservativen Opposition und der römisch-katholischen Kirche.

Die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande hält trotzdem an ihrem Wahlversprechen fest, Ehe und Adoption auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu öffnen. Die Nationalversammlung soll Ende Jänner mit der Gesetzesvorlage befassen. Umfragen zufolge sind die Franzosen mehrheitlich für die Öffnung der Ehe. Das Adoptionsrecht lehnt allerdings eine knappe Mehrheit ab.