FP-Funktionär fordert: ‚Schwuchteln hinters VOEST-Gelände‘

Für einen politischen Eklat sorgt ein oberösterreichischer FPÖ-Abgeordneter: Wolfgang Kitzmüller hetzte auf der Facebook-Seite der Linzer Freiheitlichen gegen Schwule und möchte sie gerne dort sehen, wo Nationalsozialisten während des 2. Weltkriegs rund 40.000 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter inhaftierten.

FPÖ Linz macht Stimmung auf Kosten der HOSI Linz

Die Finanzlage der HOSI Linz ist derzeit Thema in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Konkret geht es um die Frage, ob der Verein, der gut 200.000 Euro Schulden hat, mit öffentlicher Hilfe wieder schuldenfrei gemacht werden soll. Die FPÖ Linz wollte deshalb auf Facebook – gewohnt suggestiv – wissen: „Wir Freiheitliche halten das für eine reine Vereins-Misswirtschaft, die nicht auch noch auf Kosten der Steuerzahler belohnt werden darf! Seid ihr auch unserer Meinung?“

Einer, der auf jeden Fall dieser Meinung sein dürfte, ist Wolfgang Kitzmüller. Der FPÖ-Gemeindevorstand von Kirchschlag in der Nähe von Linz kommentierte die Umfrage mit dem Posting: „Ich hab’s schon mal zum Ausdruck gebracht: ab mit den Schwuchteln hinters VOEST-Gelände“. Dort wurden während des Nationalsozialismus etwa 40.000 Menschen untergebracht, vor allem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

FPÖ Linz hat Posting gelöscht

Der FPÖ Linz dürfte der Trubel nach einem Bericht der Tageszeitung „Heute“ zu groß geworden sein: Kitzmüllers Posting wurde mittlerweile gelöscht. Und auch das Ergebnis der Facebook-Umfrage ist nicht ganz nach dem Wunsch der Freiheitlichen ausgefallen. Rund drei Viertel der Befragten waren nicht der Meinung der Linzer FPÖ.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Wolfgang Kitzmüller, seines Zeihens auch Reserve-Offizier des Bundesheers, auffällig wurde: Trotz eines ausdrücklichen Verbotes von Verteidigungsminister Norbert Darabos war er letztes Jahr in Uniform auf dem umstrittenen Wiener Burschenschafter-Ball.

Rechte Homofeindlichkeit liegt in der Familie

Und auch seine Frau, die freiheitliche Nationalrätin und Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller, ist schon mehrmals durch ihre Hetze gegen Lesben und Schwule aufgefallen. Sie hat beispielsweise im Jänner 2010, 2 Monate nach der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft, die „fehlende Notwendigkeit des Gesetzes“ betont: „Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater. Die Regierungsparteien müssen sich fragen, wie sie die gerufenen Geister wieder los werden“, so die Familiensprecherin damals.