Schwuler Afghane bekommt in Dänemark Asyl

Ein schwuler Afghane hat in Dänemark wegen seiner sexuellen Orientierung Asyl erhalten. Damit hat die zuständige Behörde einen Präzedenzfall geschaffen, der Hoffnung macht.

Keine konkrete Bedrohung im Heimatland mehr notwendig

Auch, wenn er bis jetzt in seiner Heimat wegen seiner Homosexualität noch nicht verfolgt wurde, würde ihm dies bei einer Rückkehr nach Afghanistan drohen, so die dänische Flüchtlingsbehörde. Deshalb wurde ihm Asyl gewährt.

In der Vergangenheit hat die Behörde immer damit argumentiert, dass die Betroffenen in ihrem Heimatland ihre sexuelle Orientierung verstecken könnten, was sie vor Verfolgung schütze.

Das hat sich jetzt geändert, bestätigt auch die dänische Aktivistin Eva Singer: „Der Bescheid stützt die Ansicht, dass Einzelne wegen ihrer Eigenschaften verfolgt werden könnten. In diesem Fall ist der Mann schwul, was ein so wichtiger Teil seiner Persönlichkeit ist, dass er sie schwer verstecken kann.“

Dänische Entscheidung gibt Flüchtlingen Hoffnung

Für Kåre Traberg Smidt, den Anwalt des Mannes, ist das eine wichtige Entscheidung für alle homosexuellen Asylbewerber in Dänemark. Davon könnte auch Fernanda Milan, eine Transgender aus Guatemala, profitieren, die bereits letzten September abgeschoben werden sollte.

Angst, dass Asylwerber nun vortäuschen, schwul oder lesbisch zu sein, hat Singer nicht: „Die Sexualität ist so ein großer Teil der Persönlichkeit, ich glaube nicht, dass Menschen leichtfertig behaupten, homosexuell zu sein.“