Retteten Franzosen in Mali zwei schwulen Männern das Leben?

Mit ihrem Einmarsch in die Islamistenhochburg Gao in Mali hat die französische Armee offenbar auch zwei schwulen Männern in letzter Minute das Leben gerettet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

„Ich war im Gefängnis und habe darauf gewartet, am nächsten Tag hingerichtet zu werden, als ich die ganze Nacht die Bomben gehört habe“, erinnert sich einer der beiden Männer, Alitiinag Ag Oussman. Doch es kam anders: „Am nächsten Morgen hat eine Menschenmenge die Gefängnistür aufgebrochen und mir gesagt, dass ich frei bin und dass die Stadt von den Islamisten befreit würde.“

Der zweite Mann, Badou Ahmed, berichtet, dass er in einem Scheinverfahren zum Tode verurteilt worden ist: „Während der Gerichtsverhandlung gab es keine Entlastungszeugen. Die haben uns erzählt, sie würden uns die Kehle durchschneiden, weil wir homosexuell sind – auch als ein anderer Mann gesagt hat, dass wir es nicht sind“. Er war bei seiner Befreiung am ganzen Körper mit Narben bedeckt und humpelte als Folge der Folter durch die Islamisten.

Doch rosig ist die Lage für Lesben und Schwule in Mali allerdings auch ohne Islamisten nicht: Mali gilt als homofeindlichstes Land der Erde. Einer Studie aus dem Jahr 2007 lehnen 98 Prozent der Einwohner Homosexualität ab, noch mehr als in Uganda. Zwar ist Homosexualität legal, Gruppen können sich aber nicht organisieren, weil die Gründung von Vereinen „für unmoralische Ziele“ verboten ist.