Legt auch Helsinki Städtepartnerschaft mit St. Petersburg auf Eis?

Auch in Helsinki gibt es Stimmen, die nach Inkrafttreten des „Anti-Homo-Propaganda“-Gesetzes in St. Petersburg ein Einfrieren der Städtepartnerschaft fordern. In Russland reagiert man auf solche Vorschläge mittlerweile gereizt.

In Helsinki kommt der Vorschlag vom Umweltschützer Thomas Wallgren. Er betont, dass diese Maßnahme keine Folgen für die Wirtschafts- und Kulturbeziehungen der beiden Städte hätte. Sie solle lediglich ein politischer Denkzettel sein. „Die Partnerschaft wurde 1993 eingegangen, aber jetzt liegt sie sozusagen auf Eis, und es würde sich faktisch nichts ändern. Kulturelle und ökonomische Kontakte wollen wir aufrechterhalten“, so Wallgren. Die finnische Hauptstadt würde damit dem Beispiel von Venedig und Mailand folgen.

In Russland reagiert man auf solche Vorschläge extrem verschnupft: Die Gruppe „Volkskonzil“ fordert im Gegenzug das Einfrieren der „partnerschaftlichen Beziehungen von St. Petersburg zu den finnischen Städten Imatra, Kotka, Lappeenranta, Mikkeli, Tampere, Turku und Helsinki“. Grund dafür seien Fälle, in denen nach Aussage der Gruppe in Finnland lebenden russischen Müttern das Sorgerecht für ihre Kinder abgenommen oder die Adoption verweigert wurde.