Schwedische Kronprinzessin bei Preisverleihung zum ‚Homo des Jahres‘

Überraschenden Besuch gab es in Schweden bei der Preisverleihung zum „Schwulen des Jahres“: Niemand geringer als Kronprinzessin Victoria hat den Preis überreicht.

Passenderweise betrat sie die Bühne zu den Klängen des ABBA-Klassikers „Dancing Queen“, der einst für die Hochzeit ihrer Mutter geschrieben wurde. Die Thronfolgerin erschien am Montag kurz vor Mitternacht unangekündigt bei der Preisverleihung und überreichte den Ehrenpreis an den schwulen Schriftsteller und Dramatiker Jonas Gardell für dessen Buch- und TV-Serie „Wisch nie Tränen ohne Handschuhe“.

In der Serie geht es um die Aids-Epidemie in den 80er-Jahren. Die Auszeichnung „Homo des Jahres“ wird vom Schwulenmagazin „QX“ vergeben. Sie benutzt dabei absichtlich positiv den Begriff „Homo“, der lange auch im Schwedischen herabsetzend gebraucht wurde.

In ihrer Rede sagte die Kronprinzessin: „Es ist eine echte Freude für mich, heute hier zu sein – um Eure Stärke zu fühlen, Eure Freude und Euer Gemeinschaftsgefühl“. Gardell sagte sie: „Nur wenige haben uns so berührt und stolz gemacht wie Sie. Ihre Botschaft ist klar. Zeige Rückgrat. Reiche Deine Hand. Wir werden die Tränen der anderen wegwischen.“ Die Antwort des Autors: „Victoria, sie sind unsere Kronprinzessin – aber ich glaube, heute sind sie unsere Königin.“ Es sei „auf der Welt wohl einmalig, dass eine Kronprinzessin überhaupt das Wort „Homo“ in den Mund nimmt.“