Polizei verhaftet Teilnehmer einer schwulen Party in Indien

In Mumbai hat die Polizei am Samstag ungefähr 30 Teilnehmer einer schwulen Party vorläufig festgenommen – unter anderem auch, weil sie „anzüglich“ getanzt haben sollen. Das berichten indische Medien.

„Wir haben einen Notruf erhalten, in dem sich jemand über laute Musik beschwert hat. Wir wurden nach 2 Uhr früh benachrichtigt. Als wir bei dem Bungalow ankamen, haben wir herausgefunden, dass der Organisator keine Genehmigung hatte, DJ’s zu buchen und Musik zu spielen“, so ein Polizeisprecher.

Dort fand sie eine Gruppe von Männern „inklusive sechs Eunuchen“, die eng tanzte und sich dem Polizeibericht zufolge begrapschte. Die Bezeichnung „Eunuchen“ bezieht sich dabei wahrscheinlich auf „Hijras“, biologische Männer, die eine weibliche Geschlechterrolle einnehmen und in Indien meistens am Rand der Gesellschaft leben.

Teilnehmer, Veranstalter, DJ’s und Kellner wurden vorläufig festgenommen und auf eine Polizeistation gebracht. Etwa zehn Männer konnten Polizeiangaben zufolge flüchten. Angezeigt wurden sie wegen Abhalten einer Party ohne Genehmigungen und obszönen Verhalten. Sie bekamen eine Geldstrafe von 5.000 Rupien, rund 70 Euro, und wurden Sonntag früh wieder auf freien Fuß gesetzt.

„Die Männer auf der Party waren alle zwischen 26 und 27 Jahre alt und kommen von Unterklasse-Familien. Einer von ihnen ist Kurierfahrer“, so der Polizeisprecher weiter. Der lokale Kommandant Mahesh Patil betont, die Polizei schritt wegen der lauten Musik ein. „Einige schwule Männer waren auch anwesend, aber es fand keine sexuelle Aktivität statt“.

In Mumbai sind für das Abhalten einer privaten Party etwa 20 Genehmigungen nötig – von der Steuer über eine Genehmigung fürs Fotografieren bis zu einer Lizenz für die Tanzfläche und den DJ. „Wir müssen auch die Polizei informieren, dass wir so eine Party haben. Bis jetzt war die Polizei immer sehr kooperativ. Wir hatten kaum Probleme auf unseren Parties“, erklärt ein Party-Veranstalter einer indischen Tageszeitung.