US-Fußballprofi Robbie Rogers outet sich und beendet Profi-Karriere

Erneut hat sich ein Profifußballer zu seiner Homosexualität bekannt – und seine Karriere beendet. Der US-Nationalspieler Robbie Rogers sorgte mit seiner Stellungnahme weltweit für Aufsehen. Sogar der mächtige FIFA-Präsident Sepp Blatter lobt den US-Kicker.

„Das Leben ist einfach, wenn dein Geheimnis weg ist“

Rogers wollte sich nicht mehr verstecken – am Freitag hat sich der 25-Jährige auf seiner Website geoutet: „Die letzten 25 Jahre fürchtete ich mich, ich fürchtete mich, jemandem zu zeigen, wer ich wirklich war, weil ich Angst hatte“, schreibt Rogers in dem Artikel, der mit „das nächste Kapitel“ überschrieben ist. Und: „Das Leben ist einfach, wenn dein Geheimnis weg ist“.

Er schreibt, dass er immer dachte, dieses Geheimnis bewahren zu können: „Fußball war meine Zuflucht, mein Lebenszweck, meine Identität. Fußball hat mein Geheimnis bewahrt, es hat mir mehr Freude gebracht, als ich mir je vorstellen konnte.“ Doch: „Geheimnisse können so viel innere Schäden verursachen. (…) Versuche denen, die du liebst, nach 25 Jahren zu erklären, dass du schwul bist“, so Rogers in seinem Blog.

„Nun ist es Zeit, zurückzutreten“, beginnt er den letzten Absatz. „Es ist Zeit, mich außerhalb von Fußball zu entdecken. Es ist 1 Uhr früh in London, während ich das schreibe, und ich könnte mit meiner Entscheidung nicht glücklicher sein. (…) Mein Geheimnis ist weg, ich bin ein freier Mensch, ich kann weiter machen und mein Leben so leben, wie es mein Schöpfer vorgesehen hat.“

Solide Karriere in den USA, in Europa eher erfolglos

Robbie Rodgers wurde im kalifornischen Rancho Palos Verdes geboren. Er begann seine Fußballerkarriere an der University of Maryland, wo er für das Collegeteam antrat. 2006 wagte er den Gang nach Europa und unterschrieb beim niederländischen SC Heerenveen einen Profivertrag. Dort spielte er kein einziges Mal, er kehrte in die USA zurück, so dass er in die USA zurückkehrte. Für Columbus Crew spielte er 106-mal und erzielte dabei 13 Treffer in der Major League.

2011 unternahm er einen zweiten Versuch, in Europa Fuß zu fassen. Er wurde vom englischen Traditionsclub Leeds United verpflichtet. Doch auch dort kam er nur zu vier Einsätzen. Zuletzt war er an den Drittligisten FC Stevenage ausgeliehen, in die Stammelf schaffte er es allerdings auch dort nicht.

Erfolgreicher war allerdings seine Karriere in der Heimat: In 18 Länderspielen für die USA schoss er zwei Tore. Sein erstes Länderspiel machte Rogers im Januar 2009 gegen Schweden. Unter dem jetzigen Nationaltrainer Jürgen Klinsmann wurde Rogers nicht mehr berücksichtigt. Dabei hatte er im ersten Spiel des US-Teams unter Klinsmann im August 2011 noch das einzige Tor der Mannschaft beim 1:1 gegen Mexiko erzielt.

Zuvor war er bereits Teil jenes Teams, das 2007 bei der U-20-Weltmeisterschaft bis ins Viertelfinale kam. Als Mitglied des U-23-Teams hatte er an den Olympischen Spielen von Peking 2008 teilgenommen.

Unterstützung auch von FIFA-Chef Blatter

Lob für Rogers Entscheidung kommt von allen Seiten. Auch FIFA-Präsident Sepp Blatter lobt den Amerikaner. „Das ist 2013. Danke“, twitterte er. US-Torwart Kasey Keller schrieb über Twitter: „Der Mut von Robbie Rogers ist lobenswert. Ich hoffe, er weiß, dass er nicht zurücktreten muss. Er bekommt mehr Unterstützung als er denkt.“