Trat Papst zurück, weil schwule Geistliche erpresst wurden?

Ist Papst Benedikt XVI. zurückgetreten, weil schwule Geistliche im Vatikan erpresst wurden? Diese Vermutung lassen zumindest Dokumente zu, die von der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ veröffentlicht wurden. Der Vatikan möchte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Hängt „Vatilieaks“ mit schwuler Connection zusammen?

„La Repubblica“ zufolge hat der Papst seine Entscheidung für den Rücktritt am 17. Dezember getroffen. An diesem Tag hat er das Dossier zur „Vatileaks“-Affäre bekommen. Drei Kardinäle hatten die Vorfälle rund um veröffentlichte Geheimdokumente untersucht und kamen zu dem Schluss, dass es im Vatikan mehrere Gruppen gebe – darunter eine die „ihre sexuelle Orientierung gemeinsam hat“.

Einige hohe Mitarbeiter des Vatikans wurden, zitiert „La Repubblica“ das Dossier, Opfer „externer Einflüsse“ von Laien, mit denen sie Verbindungen „weltlicher Natur“ hatten und deshalb erpresst wurden.

In der Sprache des Vatikans heißt das: „Alles dreht sich um die Nichtbeachtung des sechsten und siebenten Gebots.“ Das siebente Gebot heißt: „Du sollst nicht stehlen“. Das sechste Gebot verbietet Ehebruch, wird aber in der katholischen Kirche auch verwendet, um Homosexualität zu verbieten.

Treffpunkte der Vatikan-Schwulengruppe: Sauna und Schönheitssalon

Die Kardinäle sollen einige Treffen dieser schwulen Gruppe im Vatikan ausgemacht haben: Treffpunkte waren unter anderem eine Villa außerhalb Roms, eine Sauna in einer Vorstadt, ein Schönheitssalon in der Innenstadt und ein ehemaliges Universitätsgebäude, das von einem italienischen Erzbischof genutzt wird.

Vatikan-Sprecher Frederico Lombardi möchte die Veröffentlichungen „weder bestätigen noch dementieren“. Er fügte hinzu, die Zitate aus dem Dossier hätten „eine Dynamik entwickelt, die das Gegenteil dessen ist, was der Papst und die Kirche wollen“.

Der Artikel in „La Repubblica“ ist der letzte von mehreren Hinweisen, dass es im Vatikan offenbar ein schwules Netzwerk gibt. Im Jahr 2007 wurde ein hochrangiger Mitarbeiter Amtes und Priesterwürden enthoben, nachdem ein italienischer Fernsehsender ihm eine Falle mit einem jungen Burschen gestellt hat.

Im Jahr 2010 wurde schließlich ein Callboy-Ring im Vatikan ausgehoben. Wenige Monate später brachte ein Fernsehsender einen Bericht mit versteckter Kamera, wie sich katholische Priester in Schwulenclubs und Saunen vergnügten.