CSU-General bezeichnet Schwule und Lesben als ’schrille Minderheit‘

Für Unmut sorgt in Deutschland CSU-Gemeralsekretär Alexander Dobrint. Er hat das Nein seiner Partei zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben damit begründet, dass man als konservative Volkspartei „gegen eine schrille Minderheit“ kämpfe.

„Lobbyisten“ vermitteln „Zerrbild“

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ sagte Dobrint weiter, „Lobbyisten von Einzelgruppen“ würden „ein völliges Zerrbild“ vermitteln: „Wir haben 17 Millionen Ehen in Deutschland und 30.000 gleichgeschlechtliche Partnerschaften. So sind die Gewichte verteilt. Und das muss sich auch in der politischen Debatte abbilden. Einzelgruppen dürfen nicht den Ton angeben“, so der CSU-General.

Er lege Wert darauf, dass „niemand diskriminiert“ werde, so Dobrint weiter in der „Welt am Sonntag“. Homosexualität sei „ein Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Uns kommt es aber drauf an, den besonderen Wert von Ehe und Familie zu achten.“

Formulierung auch in der CDU nicht ohne Kritik

Diese deutlichen Worte sorgen auch bei der Schwesterpartei CDU nicht überall für Freude: „Das Gerede von einer schrillen Minderheit, die für sich eine besondere Lebensphilosophie angenommen habe, ist eine intellektuelle Beleidigung“, ärgert sich Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: „Diese Wortwahl bestärkt mich darin, dass die Abstimmung zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften freigegeben werden sollte.“

Der deutsche Bundestag wird sich am 14. März auf Antrag der Grünen mit dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften befassen. Grund dafür ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass Schwule und Lesben ein von ihrem eingetragenen Partner bereits adoptiertes Kind ebenfalls adoptieren dürfen.

Außerdem wird sich der rot-grün dominierte Bundesrat voraussichtlich bei seiner nächsten Sitzung am 22. März mit einem Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe befassen.