Russen werden immer lesben- und schwulenfeindlicher

In Russland verschlechtert sich die Lage für Lesben und Schwule: Durch entsprechende Propaganda und Gesetze der russischen Führung ist die Bevölkerung immer homosexuellenfeindlicher. Das geht aus einer aktuell veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Levada hervor.

So sind 43 Prozent der Befragten sind für Zwangsmaßnahmen gegenüber Lesben und Schwulen: 22 Prozent wollen eine „Zwangsheilung“, 16 Prozent wollen Homosexuelle isolieren, fünf Prozent sogar liquideren. Im Vergleich zu früheren Studien seien diese Werte gestiegen, so Levada.

Ganze 85 Prozent der Bevölkerung lehnen die „Homosexuellen-Ehe“ ab, 87 Prozent sind gegen Lesben- und Schwulenparaden. Hier kann man die Werteverschiebung in Russland gut sehen: Waren vor drei Jahren noch 14 Prozent für die Paraden, sind es jetzt nur mehr fünf.

Knapp 90 Prozent der Befragten gaben an, persönlich keinen Homosexuellen zu kennen.

In mehreren russischen Städten und Regionen gibt es Gesetze, die offiziell Kinder vor „Homo-Propaganda“ schützen wollen – in Wirklichkeit schwulen und lesbisches Leben aus der Öffentlichkeit verbannen. In Russland stoßen diese Gesetze auf Zustimmung: Zwei Drittel Prozent der Befragten unterstützen dieses Verbot. Ein solches Gesetz für das ganze Land wurde im Jänner in erster von drei Lesungen von der Staatsduma gebilligt.

Russland steht wegen der Tabuisierung und Stigmatisierung von Homosexualität international immer wieder in der Kritik. Parlamentsabgeordnete bezeichnen Schwule und Lesben auch offen als „Kranke“.