Erneut Großdemo gegen Homoehe in Frankreich

Erneut hat es in Frankreich eine Großdemonstration gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gegeben. Vor der endgültigen Abstimmung, die für morgen erwartet wird, waren gestern laut Angaben der Polizei 45.000 Menschen auf der Straße. Auch die Befürworter der Homoehe demonstrierten, allerdings in deutlich kleinerem Rahmen.

Damit ist die Mobilisierung der Gegner der Homoehe deutlich geringer als Ende März, als offiziellen Schätzungen zufolge 300.000 Menschen gegen die Öffnung der Zivilehe demonstrierten.

Die Veranstaltung trug den Titel „Demonstration für alle“, eine Anspielung auf die „Ehe für alle“, wie die sozialistische Regierung das Projekt der Ehe-Öffnung nennt. Unter den Teilnehmern waren viele Familien mit Kindern, sie marschierten unter Parolen wie „Das Kind ist kein Recht“ oder „Wir geben nicht nach, niemals, niemals, niemals“. In Anspielung auf die Öffnung der Adoption meine eine Demonstrantin: „Den Verlust einer Mutter oder eines Vaters kann man nicht zum Gesetz machen“.

Unterstützt wurde die Demonstration erneut von der konservativen Opposition und der rechtsextremen Front National. Auch nationalistische und radikale Gruppen nutzten den Aufmarsch erneut zur Stimmungsmache.

Am Platz der Bastille strömten unterdessen hunderte Befürworter der Homo-Ehe und des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare zusammen, um „für Gleichheit und gegen Homophobie“ zu demonstrieren. Sie stellten sich zwei Kilometer nach Beginn der Anti-Homoehe-Demo gegen die Gegner. „Wer für mehr Gleichheit ist, muss sich auch Gehör verschaffen“, machte der sozialistische Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë klar.

Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BVA unterstützen 58 Prozent der Franzosen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Beim Adoptionsrecht sind hingegen 53 Prozent der Befragten gegen die Gleichstellung homosexueller Paare.