US-Pfadfinder wollen auch schwule Burschen aufnehmen

Die US-Pfadfinder wollen nun auch schwule Mitglieder aufnehmen – als Betreuer sind homosexuelle Männer aber weiter nicht erwünscht.

„Wir glauben, dass die Boy Scouts of America ihrer Aufgabe nicht länger nachgehen können (…) wenn wir erlauben, dass die Organisation von einem einzigen kontroversen und gesellschaftlich nicht gelöstem Thema in Anspruch genommen wird“, sagte Präsident Wayne Perry in einer Stellungnahme.

Vorstand einigt sich auf umstrittenen Kompromiss

Der Vorstand empfiehlt der Nationalversammlung, die im Mai stattfinden soll, junge Schwule als Mitglieder bei den Pfadfindern zuzulassen. Schwule Erwachsene als Anführer der Gruppen sollen aber weiter nicht gestattet sein.

Ein Kompromiss, der viele Seiten unzufrieden lässt: „Wenn das ihr Vorschlag ist, dann ist das meiner Meinung nach Müll“, sagt der 76-jährige Howard Münzer der „Los Angeles Times“. Er war lange Jahre Gruppenführer bei den US-Pfadfindern, bis er die Organisation 1999 verlassen hat, weil sie Schwule diskriminiert. „Wo ist der Sinn darin, schwule Kinder zu erlauben, wenn schwule Erwachsene ausgeschlossen werden? Wir sind keine Pädophilen. In den 23 Jahren, in denen ich Pfadfindergruppen geleitet habe, habe ich nie über Sexualität und Schwulsein geredet. Warum würden die mich draußen haben wollen?“

Den Konservativen geht der Beschluss jedoch bereits jetzt zu weit. Tony Perkins, Präsident des konservativen „Family Research Council“ nannte die Entscheidung einen „Affront gegenüber der Vorstellung, dass Pfadfinder mutig, gläubig und moralisch aufrichtig“ seien. Die Entscheidung würde „offen gelebte Homosexualität“ zu den Pfadfindern bringen.