Jason Collins: Erster US-Profi-Mannschaftssportler outet sich

Der US-Profi-Basketballer Jason Collins hat sich heute öffentlich als schwul geoutet. Damit ist er der erste offen homosexuelle aktive Sportler einer großen Liga in einer Mannschaftssportart.

In einem eindrucksvollen Artikel des Magazins „Sports Illustrated“ schreibt Collins, der noch bis Ende der Saison bei den Washington Wizards unter Vertrag ist: „Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center, ich bin schwarz und ich bin schwul“.

Dieser einfache Satz habe ihn viel Überwindung gekostet, erläutert Jason Collins: „Ich habe Jahre des Kummers hinter mir und habe sehr viel auf mich genommen, um diese Lüge zu leben. Ich war mir sicher, meine Welt bricht zusammen, wenn es irgend jemand wüsste“, schreibt er.

„Seit dem Outing fühle ich mich in meiner Haut wohl“

Doch dem war nicht so: „Die erste Verwandte, bei der ich mich geoutet habe, war meine Tante Teri, eine Höchstrichterin in San Francisco. Ihre Reaktion hat mich überrascht. ‚Ich weiß seit Jahren, dass du schwul bist‘, hat sie gesagt. Von diesem Moment an fühlte ich mich in meiner eigenen Haut wohl“, erinnert sich Collins an sein Outing im Jahr 2011.

Öffentlich outen wollte sich Jason Collins das erste Mal ein Jahr später – da war er eifersüchtig auf seinen ehemaligen Zimmerkollegen Joe Kennedy. Der heutige Abgeordnete erzählte ihm, dass er bei der Gay Pride in Boston mitmarschiert ist. „Ich war stolz auf ihn, weil er mitgemacht hat, aber wütend, weil ich als ungeouteter schwuler Mann meinen Hetero-Freunden, die bei der Parade zuschauten, nicht zuwinken konnte.“

Collins will bei Boston Gay Pride mitmarschieren

Der Bomben-Anschlag beim Boston-Marathon machte Jason Collins jedoch klar: Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt, sich öffentlich zu outen. „Die Dinge können sich augenblicklich ändern, warum soll man also nicht aufrichtig leben?“, fragt er in dem „Sports Illustrated“-Artikel. Und er hat angekündigt, dieses Jahr gemeinsam mit Joe Kennedy bei der Boston Gay Pride zu marschieren.

Der Artikel von Jason Collins erscheint in der gedruckten Ausgabe der „Sports Illustrated“ vom 6. Mai und ist seit heute auf der Online-Ausgabe des Magazins zu lesen.

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