Putin will keine Adoptionen russischer Kinder durch schwule Franzosen

Der russische Präsident Wladimir Putin will verhindern, dass gleichgeschlechtliche Paare aus Frankreich russische Waisenkinder adoptieren. Dies wäre möglich, da die französische Nationalversammlung Ehe und Adoption für Lesben und Schwule geöffnet hat.

Nun möchte Putin ein 2011 geschlossenes Abkommen zwischen Frankreich und Russland ändern, das Adoptionen russischer Waisen durch Franzosen regelt. „Wir sollten reagieren auf das, was um uns herum passiert“, so der Präsident.

Russland erwarte sich „Wertschätzung seiner kulturellen Traditionen, ethischen, gesetzlichen und moralischen Normen“, so Putin weiter. Zuvor hatte die Präsidentin des Regionalparlaments von Kaliningrad gefordert, das bilaterale Adoptionsabkommen mit Frankreich zu überarbeiten.

Bereits im letzten Monat hatte Putin angekündigt, Auslandsadoptionen durch Schwule und Lesben zu verbieten. Die Kinder könnten „psychologische Schäden“ erleiden, so der Präsident. In Russland leben derzeit 650.000 Kinder in Waisenhäusern, teils unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Propaganda auf Kosten von Lesben und Schwulen hat in Russland Tradition: Das russische Parlament befasst sich seit Jänner mit einem international umstrittenen Gesetz zum Verbot von „Homosexuellen-Propaganda“. Ähnliche Gesetze gibt es bereits in mehreren Regionen Russlands, unter anderem in St. Petersburg. Die USA, Deutschland und die EU hatten dieses Verbot scharf kritisiert – ohne Erfolg. Menschenrechtsaktivisten beklagen außerdem, dass in Russland gewaltsame Übergriffe auf Lesben, Schwule und Transgender zugenommen hätten.