IDAHO: US-Botschaft in Wien hisst erstmals Regenbogenflagge

Auch in Wien finden zum heutigen Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie, nach seiner englischen Bezeichnung IDAHO genannt, zahlreiche Aktionen statt.

Die US-Botschaft hat erstmals die Regenbogenflagge gehisst. Die Flaggen wehen auch von den Wiener Straßenbahnen. Die HOSI Wien möchte heute Luftballons in den Himmel steigen lassen. Die Jungen Grünen laden österreichweit zu einem gleichgeschlechtlichen Händchenhalten ein.

IDAHO: Der Tag, an dem wir nicht mehr krank waren

IDAHO erinnert an den 17. Mai 1990. An diesem Tag wurde Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten der UNO-Weltgesundheitsorgansation (WHO) gestrichen wurde. Er wird seit 2005 gefeiert.

Allerdings ist Homosexualität weltweit immer noch in vielen Ländern verboten, in einigen Staaten droht Lesben und Schwulen auch die Todesstrafe. Und auch in Europa gibt es noch immer Intoleranz, Gewalt und Ausgrenzung gegenüber gleichgeschlechtlich liebenden Menschen.

US-Botschaft möchte an Diskriminierung in der ganzen Welt erinnern

Unter diesem Licht engagiert sich auch die Botschaft der Vereinigten Staaten in der Wiener Bolzmanngasse. Es ist zum ersten Mal, dass von der US-Botschaft in Wien unter den Stars and Stripes auch die Regenbogenflagge weht.

Die diplomatische Vertretung der USA möchte damit an Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen und Transgender in der ganzen Welt erinnern.

HOSI Wien lässt Luftballons steigen

Die HOSI Wien wird deshalb heute am Morzinplatz Luftballons mit Wünschen für eine tolerante Gesellschaft in den Himmel steigen lassen. Treffpunkt ist um 17.00, zwei Stunden später werden die Ballons in den Himmel gelassen.

Diese Aktion ist Teil der internationalen „RainbowFlash“-Kampagne, die in über 40 Städten durchgeführt wird. Sie findet mit Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Wien statt. Die Luftballons werden gegen freie Spenden zur Verfügung gestellt. Der Reinerlös kommt dem Aufklärungsschulprojekt „peerconnexion“ der HOSI Wien zugute.

Der Ort ist bewusst gewählt: Am Morzinplatz, unweit des Schwedenplatzes, stand während der NS-Herrschaft in Österreich die Gestapo-Leitstelle. Von dort aus wurden auch homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus gefoltert und in die Konzentrationslager geschickt.

Junge Grüne halten österreichweit Händchen

Und unter dem Motto „Lieb doch, wen du willst“ veranstalten die Jungen Grünen in mehreren Städten Österreichs „Same Sex Hand Holding“-Aktionen. „Durch den simplen Akt des gleichgeschlechtlichen Händchenhaltens kann man wunderbar zeigen, wie normal und selbstverständlich gleichgeschlechtliche Liebe ist und ein öffentliches Zeichen setzen“, meint Diana Witzani, Sprecherin der Jungen Grünen.

Das von den Jungen Grünen initiierte gleichgeschlechtliche Händchenhalten findet in Dornbirn, Kufstein, Salzburg, Wels, Baden, Wien und Graz statt.

In Oberösterreich hat younited, die Jugendgruppe der HOSI Linz, eine Aktion in Wels vorbereitet: Es gibt einen kurzen Vortrag über Homophobie, eine Diskussion auf dem Welser Stadtplatz und bei Schönwetter einen Open-Air-Kinoabend.

„Walk 4 IDAHO“ morgen in Salzburg

In Salzburg findet morgen ein „Walk 4 IDAHO“ statt: Organisiert wird der Marsch von Bernhard Damoser, unterstützt wird er von der HOSI Salzburg, der SoHo Salzburg sowie den Grünen Andersrum.

„Die Menschenrechtssituation von homosexuellen Menschen und Transgender-Personen ist in vielen Teilen der Erde katastrophal“, so Damoser. Er möchte mit dem Marsch die internationalen Missstände auch in Österreich aufzeigen. Die Demonstration beginnt um 14.30 am Südtiroler Platz, um 17:30 findet die Schlusskundgebung am Residenzplatz statt.

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