New York: Mord an Schwulem auf offener Straße – mitten im Gay Village

In New York ist Freitag Nacht ein 32-jähriger Mann von einem Schwulenhasser auf offener Straße erschossen worden. Der Täter konnte verhaftet werden. Der Vorfall ist der traurigste einer Reihe homophoner Vorfälle, die New York in letzter Zeit erschüttert haben. Montag gab es eine überwältigende Mahnwache.

Das Opfer ist der 32-jährige Mark Carson, der im traditionellen Greenwich Village mit seinem Freund spazieren ging. Dabei trugen sie Tanktops, abgeschnittene Hosen und Stiefel. Für Elliot Morales und zwei andere Männer war das Grund genug, um Stuck zu machen.

Mutmaßlicher Täter suchte Streit

Sie beschimpften das Paar, es kam zu einem Streit. Carson und sein Freund entschieden sich dann aber zu gehen. Doch die Angreifer folgten ihnen und beschimpften sie weiter.

Plötzlich fragte Morales seine Opfer: „Wollt ihr heute nacht sterben?“, zog eine Waffe und schoss Carson mitten ins Gesicht. Er brach zusammen und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der Täter flüchtete, konnte aber vier Blocks weiter von der Polizei gestellt werden. Nun muss er sich wegen Mordes 2. Grades, Waffenbesitz und eines Hassverbrechens vor Gericht verantworten. Bei seiner Festnahme soll er, so die „New York Post“, gegrinst haben, als er den Mord zugegeben hat.

Täter bisher nicht als Schwulenfeind bekannt

Informationen der „New York Times“ zufolge war Morales bereits wegen einem Raubüberfall mehr als zehn Jahre im Gefängnis. Wie mehrere Zeugen berichten waren er und seine beiden Begleiter bereits zuvor in der Gegend unterwegs, um Streit zu suchen. Bereits da fielen sie durch schwulenfeindliche Sprüche auf.

Morales’ Schwester Edith Gutierrez kann nicht glauben, dass ihr Bruder ein schwulenfeindliches Verbrechen verübt hat. Der „New York Times“ sagte sie, dass sie schwule Familienmitglieder hätten und es bis jetzt kein Anzeichen gab, dass Morales homophob sei. „Er sagt, er kann sich an nichts erinnern; er stand unter Alkoholeinfluss“, verteidigt sie ihren Bruder.

Mahnwache gegen homophobe Hass-Verbrechen in Manhattan

Unterdessen wurde am Montag dem Mord an Carson und weiterer homophober Verbrechen gedacht. Tausende Teilnehmer, unter ihnen auch einflussreiche Politiker, marschierten durch Midtown Manhattan.

Sie riefen: „Hey hey, ho ho, homophobia’s got to go“ und gingen dabei an jeden Orten vorbei, an denen es in den letzten Wochen schwulen- und lebensfeindliche Angriffe gegeben hat. Unter den Teilnehmern war auch die offen lesbische Vorsitzende des Stadtrats, Christine Quinn.

In den letzten drei Wochen gab es fünf Attacken gegen Schwule in New York. Verglichen mit dem Zeitraum des Vorjahres hat sich damit die Zahl homosexuellenfeindlicher Verbrechen von 13 auf 22 fast verdoppelt.