Samstag, 15. Juni 2024
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Blutspende-Verbot für schwule Männer fällt in Kanada

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In Kanada fällt im Sommer das Blutspendeverbot für schwule Männer. Allerdings gibt es eine gewichtige Einschränkung: Bevor sie Blut spenden dürfen, müssen sie fünf Jahre lang auf Sex mit Männern verzichtet haben.

Wie die beiden kanadischen Blutspende-Organisationen Canadian Blood Services und Héma-Québec bekannt gegeben haben, fällt mit 22. Juli das totale Blutspendeverbot für schwule Männer. Allerdings dürfen sie nur dann Blut spenden, wenn sie 60 Monate keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten.

60 Monate Wartezeit wegen „höherem Risiko“

Héma-Québec erklärt die Wartezeit damit, dass bei Männern, die Sex mit Männern haben, „das Risiko einer Infektion, die durch Transfusion übertragen werden kann, größer ist“. So seien fast die Hälfte der männlichen HIV-Positiven schwule Männer.

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Das kanadische Gesundheitsministerium hat der Änderung schon zugestimmt. Die Canadian Aids Society begrüßt die Öffnung als ersten Schritt. Fünf Jahre Wartezeit seien „immer noch viel zu lang, aber es geht in die richtige Richtung“, so die Chefin der Organisation, Monique Doolitte-Romas. Mittelfristig wolle man erreichen, dass das Verhalten eines Spenders für die Spende entscheidend sei und nicht sein Geschlecht oder seine sexuelle Orientierung.

Schwules Blut in Österreich nicht erwünscht

In Österreich sind Blutspenden für schwule Männer vollständig verboten. Das Rote Kreuz, der größte Sammler von Blutkonserven, erklärt dies ebenfalls mit dem höheren HIV-Infektionsrisiko. Zwar wird das Blut getestet, in den ersten Tagen nach einer HIV-Infektion ist der Virus aber praktisch noch nicht nachweisbar.

Andere Länder sind in diesem Punkt liberaler: In Großbritannien oder Australien beträgt die Wartezeit für schwule Männer ein Jahr, in Südafrika sechs Monate. Spanien oder Mexiko behandeln Schwule beim Blutspenden inzwischen gleich wie Heterosexuelle.