Keine Zwischenfälle bei Gay Pride in Split

Ohne Störungen haben am Samstag hunderte Teilnehmer in der kroatischen Hafenstadt Split für die Rechte von Lesben und Schwulen demonstriert. Ein kleines Wunder: Denn vor zwei Jahren wurden die Teilnehmer noch von tausenden nationalistischen Demonstranten mit Flaschen und Steinen attackiert.

Zum ersten Mal waren unter den Teilnehmern der Parade auch Politiker: So marschierten der neu gewählte sozialdemokratische Bürgermeister Ivo Baldasar, Außenministerin Vesna Pusic und Verwaltungsminister Arsen Bauk im Zug mit. „Vor zwei Jahren sind noch Steine auf uns geflogen“, erinnert die Aktivistin Sanja Juras. „Heute marschiert der Bürgermeister an unserer Spitze. Es hat sich vieles geändert“, freut sie sich.

Der nächste Schritt in der rechtlichen Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare wird die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft sein. Diese Pläne der Regierung werden allerdings von konservativen katholischen Gruppen heftig bekämpft. So haben kirchliche Gruppen Unterschriften für ein Referendum gesammelt, das die Ehe als „Verbindung zwischen Mann und Frau“ in der kroatischen Verfassung festschreiben soll.