Papst wettert gegen ‚Homo-Lobby‘ im Vatikan

Lange Zeit hat sich Papst Franziskus mit Aussagen über Homosexualität zurückgehalten. Doch jetzt dürfte er wieder auf den Kurs eingeschwenkt sein, den er schon als Erzbischof von Buenos Aires hatte. Gegenüber lateinamerikanischen Ordensleuten sprach er von einer „korrupten Strömung“: „Man spricht von einer ‚Schwulen-Lobby‘, und es stimmt, sie existiert“, so der Papst.

Und er kündigte Konsequenzen an. Man werde „schauen müssen, was wir dagegen tun können“, so der Papst. Konkrete Maßnahmen gegen die angebliche Homo-Lobby nannte Franziskus bei dem Treffen von Ordensleuten nicht.

Eine chilenische Website hat gestern das Protokoll dieses Treffens veröffentlicht. Der Verband von Ordensleuten Lateinamerikas und der Karibik (CLAR) bestätigte die Echtheit des Protokolls. Das Treffen hatte nach Angaben des Vatikans privaten Charakter.

Die Aussagen dürften den Spekulationen über die Hintergründe des Rücktritts von Franziskus’ Vorgänger Benedikt XVI. neuen Auftrieb verleihen. Italienische Medien hatten in diesem Zusammenhang von einer „Schwulen-Lobby“ berichtet, die den Ende Februar aus Gesundheitsgründen zurückgetretenen Papst erpresst haben soll.

Bereits als Erzbischof von Buenos Aires war Franziskus durch lesben- und schwulenfeindliche Aussagen aufgefallen. Als Argentinien die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat, bezeichnete er dies als „zerstörerischen Anlauf gegen den Plan Gottes“ und sah auch den Teufel im Spiel.