Home Allgemein HOSI Wien will vollständige Öffnung der Adoption für Lesben und Schwule

HOSI Wien will vollständige Öffnung der Adoption für Lesben und Schwule

Mit 1. Juli wird auch in Österreich die Stiefkind-Adoption für schwule und lesbische Paare möglich. Notwendig wurde diese Novelle zum Adoptionsrecht, weil der der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die bisherige rechtliche Lage als Verletzung der Menschenrechtskonvention wertete. Die HOSI Wien fordert nun, Lesben und Schwule bei der Adoption völlig gleichzustellen.

Entwurf setzt „nötigstes Minimum“ um

„Wir bedauern es sehr, dass der von ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl vorgelegte Gesetzesentwurf einmal mehr nur das nötigste Minimum umsetzen wird.“ so HOSI-Wien-Obfrau Cécile Balbous. Denn das Gesetz gilt nur für leibliche Kinder, nicht für Kinder, die von einem Elternteil adoptiert wurden. Dass diese Adoptionen nicht berücksichtigt werden, war in Deutschland verfassungswidrig.

„Es ist davon auszugehen, dass ein derartiges Verbot auch in Österreich früher als später wieder als menschenrechtswidrig aufgehoben wird – auf Kosten der SteuerzahlerInnen“, ärgert sich Balbous über die ÖVP, die „ständig auf Zeit spielt und im vollen Bewusstsein darüber eine Menschenrechtsverletzung durch eine andere ersetzt“, wie es in einer Aussendung der HOSI Wien heißt. „Wir fordern daher volle und gleiche Adoptionsrechte für alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Familienstands.“

Högl warnt vor Lobbying der römisch-katholischen Kirche

„Bedenklich“ findet es Christian Högl, Obmann der HOSI Wien, „dass bestimmte kirchliche Kreise in den letzten Wochen massiv mobil gemacht haben und versuchen, Druck auf die Abgeordneten der ÖVP auszuüben“ Er hofft, dass die Abgeordneten standhaft bleiben. „Gerade die römisch-katholische Kirche möge uns mit ihren Einmischungen verschonen, wenn es um das Wohl und die Rechte von Kindern geht!“

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