Salzburg ermöglicht schwule und lesbische Pflegeeltern

Lesben und Schwule dürfen nun auch in Salzburg Pflegeeltern werden: Der scheidende Soziallandesrat Walter Steil hat eine Weisung ausgegeben, wonach Lesben und Schwule nicht mehr aufgrund Ihrer sexuellen Orientierung von einer möglichen Pflegeelternschaft ausgeschlossen werden dürfen. Damit hat das Land eine langjährige Forderung der HOSI Salzburg erfüllt. Diese wünscht sich nun Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiter.

Scheidender Landesrat wird zum Schluss aktiv

Bis jetzt konnten in Salzburg die zuständigen Behörden gleichgeschlechtlich liebende Menschen nur aufgrund Ihrer sexuellen Orientierung von einer Pflegeelternschaft ausschließen. Diese Lücke im Landesgesetz wurde nun durch eine Weisung geschlossen. Salzburg folgt damit dem Beispiel anderer Bundesländer, bei denen schon homosexuelle Pflegeeltern möglich sind – wie Wien, Tirol, Oberösterreich und der Steiermark.

„Wir danken Walter Steidl für diesen Schritt. Nun gilt es aber, die Weisung auch umzusetzen. Das bedeutet auch Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für die zuständigen Mitarbeiter“, erklärt so Gernot Marx, Sprecher der HOSI Salzburg. Er wünscht sich auch eine entsprechende Informationskampagne. Denn: „Auf der einen Seite spricht man von Gleichstellung, auf der Anderen informiert man die Bürger nicht über die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.“ Das Land müsse „breit und verständlich“ informieren, so Marx weiter.

HOSI Salzburg hofft auf gute Zusammenarbeit mit neuer Landesregierung

Und auch mit der neuen Salzburger Landesregierung erhofft sich die HOSI Salzburg eine gute Zusammenarbeit. Zum ersten Mal in Österreich regiert an der Salzach nun eine Koalition aus ÖVP, Grünen und Team Stronach.

Mit den Landesräten Martina Berthold und Heinrich Schellhorn dürfte es dabei vermehrt zu inhaltlichen Überschneidungen kommen. Ebenso mit Wilfried Haslauer, der das Bildungsressort verantwortet. „Martina Berthold hat uns bereits signalisiert, dass sie für baldige Gespräche zur Verfügung steht. Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität sind aber eine breite Querschnittsmaterie. Wir sind in allen Lebensbereichen der Menschen ‚zu Hause‘. Das betrifft die psychosoziale Beratung, Selbsthilfegruppen und Schulworkshops bis hin zur Jugend-Freizeitkultur. Somit dürfen sich also alle Regierungsmitglieder angesprochen fühlen.“ schließt Marx ab.