[Video] FPÖ-Video outet Bundesrat Schreuder als Paradenteilnehmer

In der Verbreitung ihres ewiggestrigen Weltbilds greift die FPÖ gerne zu modernen Mitteln. Auf YouTube gibt es beispielsweise wöchentlich das Videomagazin „FPÖ TV“ zu sehen. In der aktuellen Ausgabe hetzen die Freiheitlichen gegen die Regenbogenparade, loben christliche Fundamentalisten und outen den offen schwulen Bundesrat Marco Schreuder vollkommen überraschend als schwulen Paradenteilnehmer.

Pseudo-Reportage zeigt „intolerante Seite der Homo-Lobby“

In der Ankündigung für die aktuelle Folge heißt es „Homosexuellen-Aktivisten“ hätten für die Regenbogenparade „den Wiener Ring in Beschlag genommen“, und man zeige „die intolerante Seite einer Lobby, die ihrerseits Toleranz und Solidrität für Homosexuelle einfordert“.

Die freiheitlichen Fernsehmacher konzentrieren sich in ihrem Beitrag nicht auf die bunte, fröhliche und friedliche Regenbogenparade – sondern auf die Gegendemonstration christlicher Extremisten und deren Gegendemonstration linker Gruppen: Dieser „Marsch für die Familie“ wird im FPÖ TV lobend erwähnt. „Botschaften, die den gesellschaftlichen Stellenwert der Familie unterstreichen, erfahren im rot-grünen Wien anders als die Anliegen der Homo-Lobby keinerlei Unterstützung durch die Stadt“, heißt es im Beitrag. Dass die Organisatoren unter anderem die völlige Abschaffung des Sexualkundeunterrichts oder von Abtreibungen fordern, fällt im FPÖ-TV-Beitrag dezent unter den Tisch.

Bundesrat tanzt oben ohne bei „Porno-Messe“

Dann widmet sich das Freiheitlichenfernsehen der eigentlichen Veranstaltung. Besonders skandalös bei der Regenbogenparade, „die eher an eine Porno-Messe unter freiem Himmel erinnert“, findet die FPÖ, dass „Grüne ihren Körper zur Schau“ stellen – „darunter Bundesrat Marco Schreuder“. Dass Schreuder bereits seit Jahren immer am Grünen Paraden-Truck tanzt, hat die FPÖ bis jetzt wohl immer dezent übersehen.

Auch zweifelt die FPÖ die offizielle Teilnehmerzahl der Regenbogenparade von 150.000 an. Bebildert wird diese Szene mit einem Bild vom menschenleeren Heldentor – was nichts Besonderes ist, wenn die Parade über den ganzen Ring geht.

Und auch, wenn die tendenziöse, leicht ins lächerliche Absicht des Beitrags leicht zu durchschauen ist – zu befürchten bleibt: Wer FPÖ wählt und sich solche Videos anschaut, glaubt ziemlich sicher auch die dort aufgestellten Behauptungen – auch, wenn sie leicht zu widerlegen sind.