Angriff auf LGBT-Zentrum in Mazedonien

In Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien, hat die Pride Week mit einem homophoben Überfall begonnen. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Das berichtet das Portal „Gay Star News“.

Die Attacke geschah am Samstag während einer Vorführung schwul-lesbischer Filme im LGBT-Zentrum von Skopje. Etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Veranstaltung, gegen 18.30 Uhr, hörten die etwa 40 Teilnehmer wüste Beschimpfungen von der Straße vor dem Zentrum. Die etwa 30 Angreifer riefen homophobe Parolen und warfen Steine, Flaschen und Ziegel in den ersten Stock des LGBT-Zentrums von Skopje.

„Wir haben uns gerade die Filme angesehen, als wir laute Geräusche hörten – von Gegenständen, die gegen das Center geworfen wurden, zerbrechendem Glas und feindlichen Parolen“, erinnert sich Bekam Asani, einer der Organisatoren, gegenüber „Gay Star News“ an den Übergriff. „Die Teilnehmer waren tief schockiert und verängstigt. Sie wussten nicht, was sie tun sollten oder wie sie darauf reagieren sollten.“

Da die Veranstaltung im zweiten Stock stattfand, wurde keiner der Teilnehmer verletzt. Allerdings wurde ein Polizist, der die Meute verscheuchen wollte, von einigen Gegenständen getroffen. Er musste im Krankenhaus ärztlich versorgt werden.

„Ich glaube, dieser Vorfall zeigt auf, wie schwer die Situation für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender in Mazedonien ist“, so Asani. „Wir haben uns dieses Jahr entschlossen, keinen Marsch zu veranstalten, aber Indoor-Veranstaltungen, weil wir sehr um unsere Sicherheit besorgt sind.“ Man leide unter Bedrohungen und der homophoben Stimmung im Land.

Das zeigt auch ein zweiter Vorfall, der sich ebenfalls am Samstag zugetragen hat: Bei einem Protest gegen die Pride Week wurde ein zufällig vorbeigehender Passant von mehreren Teenagern angegriffen, der Eingang zum LGBT-Zentrum wurde beschädigt.

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