[Audio] Funktionär des BZÖ hetzt gegen Lesben und Schwule

Für Empörung sorgt Martin Stiglmayr, der stellvertretende Vorsitzende des BZÖ Niederösterreich. Bei der Gegendemonstration zur Regenbogenparade in der Wiener Innenstadt hetzte er gegen Lesben und Schwulen, berichtet das „profil“ in seiner Online-Ausgabe.

Es war nur ein kleines Häufchen Aktivisten, die am Tag der Regenbogenparade beim Stephansdom schwitzten. Sie fühlten sich als Speerspitze im Schutz der wahren Werte: Die Teilnehmer am „Marsch für die Familie“, organisiert von der „Plattform Familie“, hinter der erzkonservative Gruppen wie die „Christen-Allianz“ oder die „Liga für Sozialhygiene“ stehen.

„Wir bringen euch nicht um und ihr wollt immer mehr“

Am Podium war auch der Stellvertreter Ewald Stadlers als niederösterreichischer BZÖ-Parteiobmann, Martin Stiglmayr. Seine eindeutigen Worte: „Wir bringen euch nicht um, wir lassen euch, wie ihr seid. Im Unterschied zu manchen islamistischen Ländern, dort werdet ihr nämlich umgebracht. Aber was ist euer Dank dafür, dass wir euch leben lassen? Euer Dank ist, ihr wollt immer mehr“.

Die Teilnehmer der Parade wollten „uns weismachen, dass etwas normal sei, was gar nicht normal ist“. Dabei hätten Lesben und Schwule in Österreich das Glück, in einem Land zu Leben, „das ihnen die Freiheit gibt, diese naturwidrigen Gelüste, diese Abnormalität auch leben zu können“, so Stiglmayr weiter.

„War nur Privatmeinung“

Sein Auftritt sorgt nun auch innerhalb des BZÖ für Aufregung. Ist die Partei doch bedacht, sich von FPÖ-Hetze zu distanzieren und sich ein wirtschaftsliberales Image zu geben. Stiglmayr betont deshalb auf Nachfrage des „profil“, nicht als BZÖ-Politiker gesprochen zu haben – sondern als stellvertretender Obmann des Vereins „Väter ohne Rechte“: „Das war meine Privatmeinung. Ich halte nichts von Meinungsdiktatur, wir leben in einer Demokratie.“

Der Mitschnitt seiner Rede wurde am 17. Juni über die Online-Plattform cultural broadcasting archive des Verbands Freier Radios ins Netz gestellt.

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