Dienstag, 18. Juni 2024
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Neun Schüler vergewaltigt, 24 misshandelt: Zwölf Jahre für Ex-Priester

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Zu zwölf Jahren Haft ist heute in Steyr ein ehemaliger Pater und Internatsleiter des Stiftes Kremsmünster verurteilt worden. Der heute 79-Jährige soll zwischen 1973 und 1993 Übergriffe auf insgesamt 24 Schüler verübt haben. Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, nur „vermeintlich“ Reue gezeigt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Pater wusste von seiner pädophilen Neigung

In 18 Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Pater, der mittlerweile in den Laienstand versetzt wurde, auch sexuellen Missbrauch vor. In einem Geständnis hat der heute 79-Jährige zugegeben, bereits in seiner Jugend eine pädophile Neigung an sich bemerkt zu haben. Trotzdem sei er Erzieher geworden und konnte „den Versuchungen des Schulbetriebs nicht immer widerstehen.“

Doch hinter dieser Verharmlosung stehen zerstörte Existenzen: Bei neun Opfern war der Missbrauch schwerwiegend: „Analverkehr, Oralverkehr, Masturbation“, so ein Vertreter der Opfer. Einige der Betroffenen hätten später Alkohol- oder Drogenprobleme bekommen oder sogar Selbstmordversuche verübt. Ein weiterer Opfer-Anwalt betonte, es handle sich um „gravierendste und für mich schockierende Übergriffe“ auf junge Menschen, deren Folgen bis heute noch anhalten. Reue konnte er beim Angeklagten nicht entdecken.

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Staatsanwältin und Richter konnten keine Reue sehen

Eine Meinung, die auch die Staatsanwältin teilt. Es mangle dem Ex-Priester an „subjektiver Einsicht seinerseits“, sie beantragte eine tat- und schuldangemessene Bestrafung und verwies auf den langen Tatzeitraum von mehreren Jahrzehnten. „Die Dauer der Taten und die Gleichgültigkeit des Angeklagten übersteigt für uns alles Dagewesene“, pflichtete ihr auch der Richter bei.

Anwalt glaubt den Zeugen nicht

Der Anwalt des Paters hatte bis zuletzt auf Verjährung plädiert. An den Angaben der Zeugen sei seiner Ansicht nach zu zweifeln, so der Verteidiger. Ins Gefängnis muss der ehemalige Geistliche aufgrund seines Alters aber auf keinen Fall.