Ministerin in Australien gegen Öffnung der Ehe

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Vor wenigen Tagen hatte der neue australische Premierminister Kevin Rudd noch angekündigt, die Ehe für Lesben und Schwule öffnen zu wollen. Erste Umbesetzungen im Kabinett deuten aber eher auf das Gegenteil hin.

Widerstand gegen „soziale Norm“ würde Labor die Wahl kosten

So wurde Jacinta Collins zur Ministerin für geistige Gesundheit und Alter bestellt. Sie gilt als konservative Gegnerin der Ehe-Gleichstellung und der Möglichkeit, Lesben künstliche Befruchtung zu ermöglichen. Bevor Collins letztes Jahr in die Politik einstieg, war sie in der konservativen Gewerkschaft der Handelsangestellten für soziale Wohlfahrt verantwortlich.

Im letzten Jahr hat sie bereits im Parlament öffentlich gegen die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare Stellung bezogen. Die Senatorin sagte, dass eine stabile biologische Elternschaft „als soziale Norm“ gefördert werden sollte. Weiters sagte sie, mit der Forderung nach Öffnung der Ehe würde die Labor Party die Wahl verlieren.

Collins will aber nicht schwulenfeindlich sein

Collins betont, nicht lesben- oder schwulenfeindlich zu sein und auch an den Positionen ihres Ministeriums zu diesen Themen nichts ändern zu wollen. „Ich glaube, ohne Rücksicht auf meine persönliche Ansichten zu Themen wie der gleichgeschlechtlichen Ehe, haben einige Kollegen, die das herausgestrichen haben, über all die Jahre nicht gesehen, wie ich homophobe Ansichten geäußert habe“, sagte sie dem staatlichen ABC Radio.

Sie betonte, dass Diskriminierung von Lesben und Schwulen die mentale Gesundheit beeinträchtige, weshalb es dagegen Regierungsprogramme gebe. „Und ich habe auf jeden Fall vor, diese Programme fortzusetzen“, sagte sie.