Moldawische Kirche bedroht homo-freundliche Politiker

In Moldawien setzt die Kirche nun die Politik unter Druck, weil sie lesben- und schwulenfreundliche Gesetze verabschiedet hat: Regierungspolitiker sollen erst dann wieder an der Kommunion teilnehmen dürfen, wenn Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung wieder erlaubt ist.

Kein Abendmahl für Politiker, die Lesben und Schwule schützen

Im Zuge der EU-Annäherung ist mit 1. Jänner ein Gesetz in Kraft getreten, dass Homosexuelle im Arbeitsrecht und bei der Bildung vor Diskriminierung schützt. Der moldawisch-orthodoxen Kirche geht das offenbar zu weit: Sie hat erklärt, dass Mitglieder der Regierung erst wieder Sakramente empfangen dürfen, wenn dieses Gesetz abgeschafft wurde. Das Gerücht, dass Politiker deshalb sogar schon exkommuniziert wurden, dementierte die Kirche in einer Presseaussendung. Für einen späteren Zeitpunkt wollte die Kirche diese Maßnahme aber nicht ausschließen.

Außerdem rief die moldawisch-orthodoxe Kirche zu landesweiten Protesten gegen mehr Rechte für Lesben und Schwule auf. Nach russischem Vorbild soll auch in Moldawien „Homo-Propaganda“ unter Strafe gestellt werden, fordert die Kirche. Ein entsprechendes Gesetz sollte Werbung für „homosexuelles, lesbisches, transsexuelles, bisexuelles, pädophiles, sodomistisches, inzestuöses und perverses Verhalten“ untersagen, fordern die Kirchenfürsten von der Regierung in der Hauptstadt Chișinău. Entsprechende Gesetze gibt es schon in einigen moldawischen Städten, allerdings gibt es bei Verstößen keine rechtlichen Sanktionen.

Homosexuelle für Bischof „Aids-Patienten“

Die moldawisch-orthodoxe Kirche hetzt regelmäßig gegen Lesben und Schwule. Bischof Marchel erklärte unlängst, 92 Prozent der Homosexuellen seien „Aids-Patienten“. Viele von ihnen seien in den Augen des Geistlichen krank: „Sie sollten nicht in Bluttransfusionszentren arbeiten und ich will sie auch nicht auf der Straße oder in Schulen und Kindergärten sehen.“