Transfrau in der Türkei erstochen

In der Türkei ist erneut eine Transsexuelle ermordet worden. Das berichtet die Tageszeitung „Hürriyet“. Die Gründe sind noch unklar, ein transphobes Verbrechen wird nicht ausgeschlossen.

Von Freier ermordet?

Die 24-jährige Dora Özer wurde am Dienstag gegen 18 Uhr von ihrer ebenfalls transsexuellen Mitbewohnerin erstochen aufgefunden. Die beiden Frauen teilten sich eine Wohnung in der westtürkischen Provinz Kuşadası.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen und wertet zunächst Videoaufnahmen aus der Umgebung aus. Über die Hintergründe des Mordes gibt es noch keine Informationen.

Es wird spekuliert, dass sich Dora prostituiert hat. Die Videoaufnahmen zeigen angeblich, dass „viele Leute ins Haus und wieder raus kommen“. Für viele Transsexuelle in der Türkei ist Prostitution die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Übergriffe auf Transsexuelle kommen in der Türkei immer wieder vor. Im letzten Jahr ist eine 46-Jährige aus Antalya umgebracht worden. „Es gibt eine systematische Ermordung von Transmenschen in der Türkei, einige nennen es sogar ein Massaker“, erklärt Richard Köhler von Transgender Europe dem Portal „Gay Star News“.

Kritik von der EU

Die EU hat in diesem Zusammenhang die Türkei aufgefordert, europäische Mindeststandards einzuhalten. Die nationalkonservative Regierung von Recep Erdogan unternimmt aber nichts, um dies auch zu tun. Im Gegenteil: Erst im März hat Erdogan erklärt, Homosexualität widerspreche der „Kultur des Islam“.