Isländische Hauptstadt Reykjavik möchte Städtepartnerschaft mit Moskau beenden

Die isländische Hauptstadt Reykjavik möchte ihre Städtepartnerschaft mit Moskau beenden. Grund dafür seien die Gesetze gegen „Homo-Propaganda“, die das russische Parlament beschlossen hatte, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Einen dementsprechenden Antrag habe Bürgermeister Jón Gnarr bei der letzten Sitzung des Gemeinderates gestellt, berichtet „The Reykjavik Grapevine“.

Unter dem Eindruck der Verschlechterung der Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern haben „das Menschenrechts-Büro und das Büro des Bürgermeisters den stellvertretenden Bürgermeister damit beauftragt, Ergänzungen zur bestehenden Vereinbarung zwischen den beiden Städten vorzuschlagen oder sie nach Beratungen mit dem Außenministerium gänzlich zu beenden“, hieß es im Gemeinderat von Reykjavik.

Die Städtepartnerschaft zwischen Reykjavik und Moskau besteht seit zwei Jahren und bezieht sich vor allem auf einen Zusammenarbeit bei der Jugend- und Familienarbeit.

Wird der Antrag beschlossen, würde er praktisch alle politischen und kulturellen Verbindungen zwischen den beiden Hauptstädten kappen. Überraschend käme das Ende der Städtepartnerschaft nicht: Bürgermeister Gnarr hat bereits im letzten August einen formalen Brief an seinen Kollegen in Moskau geschrieben, in dem er eine Aufhebung des Verbots der Lesben- und Schwulenparade forderte.