Sechs schwul-lesbische Aktivisten in Russland festgenommen

In Moskau sind sechs schwule und lesbische Aktivisten festgenommen worden. Die Aktion war als „Testballon“ der Community gedacht, schreibt die Aktivistin und Journalistin Masha Gessen auf Facebook.

Die Aktivisten wollten wissen, wie Polizei und Justiz das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Verbot von „Homo-Propaganda“ in Anwesenheit von Minderjährigen ahndet. Dazu hielt ein Aktivist ein Schild mit der Aufschrift „Homosexuell zu sein ist normal“ vor einer Kinderbibliothek hoch. Und die Staatsmacht schlug mit voller Härte zu: Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit nahmen sechs Personen fest. Ihnen drohen nun hohe Geldstrafen.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche, dass die russischen Behörden das Gesetz gnadenlos exekutieren: Vier Niederländer wurden wegen eines Verstoßes gegen das „Homo-Propaganda“-Verbot des Landes verwiesen. Sie hatten eine minderjährige Lesbe für eine Dokumentation über ihre Erfahrungen in Russland befragt.

Das international umstrittene Gesetz gilt als Zugeständnis von Präsident Wladimir Putin an die mächtige russisch-orthodoxe Kirche. Diese hetzt immer wieder gegen Lesben und Schwule: Zuletzt sah Patriarch Kirill die Ehe-Öffnung als Zeichen des Weltuntergangs.